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Berufsprofil · Medizinische Technologie

Medizinphysik-Expertin / Medizinphysik-Experte (MPE). Aufgaben, Fachkunde, Gehalt.

Medizinphysik-Expertinnen und -Experten (MPE) verantworten in Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Radiologie Dosimetrie, Bestrahlungsplanung, Qualitätssicherung und Strahlenschutz. Der Weg führt über einen Master in medizinischer Physik oder einen gleichwertigen Abschluss und die behördlich bescheinigte Fachkunde im Strahlenschutz mit 12 bis 18 Monaten Sachkundezeit je Gebiet.

Studium
Master, meist 5 JahreMedizinische Physik oder gleichwertig
Sachkundezeit
12–18 Monate je Gebietunter Anleitung, plus Strahlenschutzkurse
Abschluss
Fachkunde MPEbescheinigt von der Landesbehörde
Berufsgesetz
KeinesZugang nur über Fachkunde geregelt
Tarif TVöD
Entgeltgruppe 134.901–7.026 €, ab 05/2026
Hinzuziehung
Gesetzlich vorgeschriebenStrahlentherapie, Nuklearmedizin, CT

Stand: 22. Oktober 2026 · alle Angaben mit Quellen

Medizinphysikerin am Planungsarbeitsplatz mit Schnittbildern und Dosisverteilung auf zwei Bildschirmen

Überblick

Der Beruf im Überblick

MPE sind die gesetzlich vorgesehenen Fachleute für Physik und Strahlenschutz in der Medizin.

Medizinphysik-Expertinnen und Medizinphysik-Experten (MPE) sind Physikerinnen und Physiker, die bei medizinischen Anwendungen ionisierender Strahlung für die physikalisch-technische Seite verantwortlich sind: Dosimetrie, Bestrahlungsplanung, Qualitätssicherung und Strahlenschutz. Der Begriff ist gesetzlich definiert. MPE ist nach § 5 Abs. 24 Strahlenschutzgesetz eine Person mit Masterabschluss in medizinischer Physik oder eine in medizinischer Physik gleichwertig ausgebildete Person mit Hochschulabschluss, die jeweils die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzt. [1]

„Medizinphysikerin“ oder „Medizinphysiker“ ist dagegen die allgemeine Berufsbezeichnung für Physikerinnen und Physiker in der Medizin – auch in Bereichen ohne ionisierende Strahlung wie Magnetresonanz, Ultraschall oder Laser. Ein eigenes Berufsgesetz gibt es nicht; geregelt ist der Zugang bislang nur über die Fachkunde MPE in Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Röntgendiagnostik. Die Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP) fordert deshalb seit Ende 2025 ein „Klinisches Medizinphysiker:innen-Gesetz“. [14]

Typische Einsatzorte

  • Kliniken und Praxen für Strahlentherapie (Radioonkologie), einschließlich Brachytherapie und Partikeltherapie
  • Nuklearmedizinische Abteilungen und Praxen (Diagnostik, Hybridbildgebung, Radionuklidtherapie)
  • Radiologische Abteilungen und Praxen mit CT, Angiographie und Durchleuchtung
  • Hochschulen und Forschungseinrichtungen
  • Industrie: Hersteller von Medizinprodukten, Bestrahlungs- und Bildgebungssystemen, Dosimetrie und Software

Quelle: DGMP, Working as a Medical Physicist in Germany [15]

Was den Beruf ausmacht

Gesetzliche Pflichtrolle

Ohne verfügbare MPE darf eine Strahlentherapie nicht genehmigt werden; bei CT, Nuklearmedizin und bestimmten Interventionen sind sie zur Mitarbeit hinzuzuziehen. [2, 3]

Verantwortung für die Dosis

MPE tragen die Verantwortung für die Dosimetrie der Patientinnen und Patienten, bei denen Strahlung angewendet wird. [4]

Physik im Team

Die Arbeit verbindet Messtechnik, Software und Gerätephysik mit der ärztlichen Indikation und der technischen Durchführung durch MTR.

Lange Qualifizierung

Nach dem Master folgen mindestens 12 bis 18 Monate Sachkunde je Fachkundegebiet unter Anleitung, Strahlenschutzkurse und die Bescheinigung durch die Behörde. [7]

Aufgaben

Aufgaben und Arbeitsalltag

Die Strahlenschutzverordnung beschreibt die Aufgaben von MPE konkret: Dosimetrie, Optimierung und Qualitätssicherung.

Patientenbezogene Physik

  • Physikalische Bestrahlungsplanung und Dosisberechnung, Plan- und Dosisverifikation
  • Patientendosimetrie und Kontrolle der Strahlenexposition
  • Kontrolle der Einhaltung diagnostischer Referenzwerte, Optimierung von CT- und Interventionsprotokollen
  • Bewertung der Risiken jeder Behandlung, Analyse von Vorkommnissen

Technik, Qualität und Strahlenschutz

  • Physikalisch-technische Qualitätssicherung: Abnahme-, Konstanz- und Kalibriermessungen an Beschleunigern, CT, Gammakameras und PET
  • Mitwirkung bei der Auswahl von Geräten, Ausrüstung und Vorrichtungen
  • Anleitung und Einweisung des Personals, das Strahlung anwendet
  • Häufig zusätzlich: Funktion als Strahlenschutzbeauftragte oder Strahlenschutzbeauftragter

Quellen: § 132 StrlSchV [4]; § 14 StrlSchG [2]; DGMP [15]

Wann MPE hinzugezogen werden müssen

Strahlenschutzgesetz und Strahlenschutzverordnung staffeln die Einbindung nach Art der Anwendung. Schon für die Genehmigung muss sichergestellt sein, dass MPE in der jeweils geforderten Form zur Verfügung stehen. [2] Der Umfang der Hinzuziehung richtet sich nach Art und Anzahl der Untersuchungen oder Behandlungen sowie nach der Zahl der eingesetzten Geräte. [3]

Hinzuziehung von MPE bei der Anwendung am Menschen
AnwendungForm der Einbindung
Behandlungen mit individuellem Bestrahlungsplan (Strahlentherapie)Enge Mitwirkung an Planung und Durchführung; MPE in ausreichender Zahl als zusätzliche Strahlenschutzbeauftragte
Standardisierte Behandlungen, z. B. standardisierte nuklearmedizinische TherapienHinzuziehung zur Mitarbeit
Untersuchungen mit offenen radioaktiven Stoffen (Nuklearmedizin)Hinzuziehung zur Mitarbeit
Computertomographie und 3D-Bildgebung (ohne Tomosynthese)Hinzuziehung zur Mitarbeit
Interventionen unter Durchleuchtung mit erheblicher ExpositionHinzuziehung zur Mitarbeit
Alle übrigen Anwendungen, z. B. konventionelles RöntgenHinzuziehung zur Beratung, soweit für Strahlenschutz oder Qualität geboten

Quellen: § 14 Abs. 1 Nr. 2 und 3 StrlSchG [2]; § 131 StrlSchV [3]

Unterschiede nach Einsatzbereich

Strahlentherapie
Der Schwerpunkt liegt auf Bestrahlungsplanung, Dosimetrie und Qualitätssicherung an Linearbeschleunigern sowie in der Brachytherapie; hier ist die Einbindung am engsten. Die Fachkunde umfasst die Teilgebiete Teletherapie, Brachytherapie und Röntgentherapie, Partikeltherapie optional. [3, 7]
Nuklearmedizin
Dosimetrie bei Radionuklidtherapien, Qualitätskontrolle von Gammakameras, SPECT und PET, Strahlenschutz beim Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen. [3, 7]
Röntgendiagnostik
Dosisoptimierung bei CT, DVT, Angiographie und Durchleuchtung, Kontrolle diagnostischer Referenzwerte, Abnahme und Konstanzprüfungen; Mammographie gehört zu den speziellen Aufnahmen dieses Gebiets. [4, 7]
MRT und weitere Verfahren
Für Magnetresonanz, Ultraschall oder Laser gibt es keine gesetzliche MPE-Pflicht. Die DGMP führt die klinische Anwendung der Magnetresonanz aber als eigenes Fachgebiet der Medizinischen Physik; Aufgaben wie MR-Sicherheit, Protokolloptimierung und Qualitätssicherung werden dort je nach Einrichtung von Medizinphysikerinnen und Medizinphysikern übernommen. [12, 14]

Arbeitszeit und Belastungen

Messungen und Qualitätskontrollen an Bestrahlungs- und Bildgebungsgeräten finden oft außerhalb des Patientenbetriebs statt, also früh morgens, abends oder am Wochenende; in Strahlentherapien mit langen Betriebszeiten sind Schicht- oder Bereitschaftsmodelle möglich. Die Regelungen hängen von Einrichtung und Tarifvertrag ab. Belastend sind vor allem Zeitdruck in der Planung und die Verantwortung für Fehler, die sich auf die verabreichte Dosis auswirken.

Verantwortung und Abgrenzung

Die rechtfertigende Indikation und die ärztliche Verantwortung für die Behandlung liegen bei der fachkundigen Ärztin oder dem fachkundigen Arzt. MPE verantworten die Dosimetrie und wirken an Optimierung und Qualitätssicherung mit; die technische Durchführung übernehmen meist Medizinische Technologinnen und Technologen für Radiologie (MTR). [4] Maßgeblich sind die Strahlenschutzanweisungen und die Organisation der jeweiligen Einrichtung.

Studium und Fachkunde

Studium und Fachkunde im Strahlenschutz

MPE wird man über einen Master und die behördlich bescheinigte Fachkunde – eine staatliche Ausbildung gibt es nicht.

Rechtsgrundlage
§ 5 Abs. 24 StrlSchG (Definition), §§ 47 und 48 StrlSchV (Fachkunde), konkretisiert durch das Richtlinienmodul „Erforderliche Fachkunden im Strahlenschutz für MPE“ vom 01.02.2021 [1, 5, 7]
Studium
Master in Medizinischer Physik oder gleichwertige Hochschulausbildung, z. B. Master Physik mit medizinphysikalischem Schwerpunkt [1, 7]
Sachkunde
Praktische Vollzeittätigkeit unter Anleitung eines fachkundigen MPE: 18 Monate Strahlentherapie, je 12 Monate Nuklearmedizin oder Röntgendiagnostik [7]
Kurse
Grundkurs im Strahlenschutz (24 Unterrichtseinheiten) und gebietsspezifische Spezialkurse mit Abschlussprüfung [7]
Zuständige Stelle
Strahlenschutzbehörde des Landes; in einigen Ländern begutachtet die DGMP das Qualifikationsniveau [9, 11]
Ergebnis
Bescheinigung der Fachkunde im Strahlenschutz als MPE für ein oder mehrere Gebiete [5, 9]

Studium

Medizinische Physik kann als eigener Bachelor- und Masterstudiengang studiert werden, etwa in Dortmund, Düsseldorf, Halle oder Gießen, oder als Schwerpunkt im Physikmaster, etwa in München, Erlangen-Nürnberg oder Regensburg. In Dresden und Tübingen ist der Erwerb der Fachkunde in den Master integriert; berufsbegleitend gibt es Fernstudien- und Zertifikatsangebote, etwa an der RPTU Kaiserslautern und der Universität Heidelberg. [10] Zugang ist eine Hochschulzugangsberechtigung; Zulassungsbedingungen regeln die Hochschulen.

Welche Studiengänge das MPE-Qualifikationsniveau nach Anlage 1 des Richtlinienmoduls erfüllen, zeigt eine Übersicht des Fachausschusses Strahlenschutz der Länder; die aktuelle, von den Ländern autorisierte Ausgabe stammt von 2026. Sie ist keine Qualitätsbewertung, die Anerkennung bleibt Sache der Länder. [11] Anlage 1 umfasst medizinisches Grundwissen wie Anatomie sowie Strahlenphysik, Strahlenbiologie, Bildgebung und gebietsspezifisches Fachwissen. [7]

Der Weg zur Fachkunde MPE

  1. Stelle in Sachkundezeit

    Die Sachkunde wird in einer geeigneten Einrichtung unter Aufsicht eines MPE mit der jeweiligen Fachkunde erworben, der mindestens drei Jahre Erfahrung im Gebiet haben soll. Der Master darf parallel laufen; er muss erst bei der Antragstellung vorliegen. [7]

  2. Grundkurs

    Der Grundkurs im Strahlenschutz (24 Unterrichtseinheiten) ist spätestens bis zum Ende des dritten Monats der Sachkundezeit zu absolvieren. [7]

  3. Spezialkurse

    Strahlentherapie: Basiskurs (24 UE) sowie Teletherapie, Röntgentherapie, Brachytherapie und optional Partikeltherapie; Nuklearmedizin: Diagnostik (30 UE) und Therapie (22 UE); Röntgendiagnostik: Basiskurs (20 UE), CT/DVT (24 UE) und Intervention/Durchleuchtung (24 UE). [7]

  4. Dokumentation

    Die anleitende Person führt eine Liste der durchgeführten Tätigkeiten und unterschreibt die Endbeurteilung; Teile können an mehreren Einrichtungen absolviert werden. [7]

  5. Antrag und gegebenenfalls Fachgespräch

    Die zuständige Stelle prüft die Nachweise. Reichen sie nicht aus, führt sie ein Fachgespräch mit mindestens zwei erfahrenen MPE durch. [7, 9]

Mindest-Sachkundezeiten für MPE (Vollzeit)
FachkundeSachkundezeit
Strahlentherapie18 Monate (Partikeltherapie zusätzlich 6 Monate)
Nuklearmedizin12 Monate
Röntgendiagnostik12 Monate
Nuklearmedizin und Röntgendiagnostik parallel18 Monate
Strahlentherapie und ein weiteres Gebiet parallel24 Monate
Alle drei Gebiete parallel30 Monate

Quelle: Richtlinienmodul MPE vom 01.02.2021 [7]

Vergütung und Kosten

Die Sachkundezeit wird auf einer Stelle in einer Klinik oder Praxis absolviert; Ausschreibungen tragen oft Titel wie „MPE in Weiterbildung“ oder nennen die Sachkundezeit ausdrücklich. Ob der Arbeitgeber die Kursgebühren übernimmt, ist im Einzelfall zu klären. [15]

Aktualisierung alle fünf Jahre

Die Fachkunde muss mindestens alle fünf Jahre durch einen anerkannten Kurs oder eine als geeignet anerkannte Fortbildung aktualisiert werden. [6] Die DGMP hält diese Pflicht für zu gering und schlägt im geforderten Berufsgesetz eine dreijährige klinische Weiterbildung und 250 Unterrichtseinheiten Fortbildung in fünf Jahren vor; ein Gesetzentwurf liegt bislang nicht vor. [14]

Gehalt

Gehalt und Verdienstmöglichkeiten

Im TVöD gelten für MPE die allgemeinen Merkmale für Beschäftigte mit wissenschaftlicher Hochschulbildung: Entgeltgruppe 13, bei herausgehobener Tätigkeit 14.

4.901 €
Tarif-Einstieg TVöD
Entgeltgruppe 13, Stufe 1, VKA, brutto im Monat, ab 01.05.2026
7.026 €
E 13, höchste Stufe
Stufe 6, ab 01.05.2026, ohne Zulagen und Jahressonderzahlung
7.552 €
E 14, höchste Stufe
bei herausgehobener Tätigkeit oder Leitung, Stufe 6, ab 01.05.2026

Quellen: Entgeltordnung TVöD (VKA) [16]; Entgelttabelle TVöD VKA ab 01.05.2026 [17]

Eingruppierung im TVöD

Die Entgeltordnung zum TVöD (VKA) enthält kein eigenes Tätigkeitsmerkmal für Medizinphysikerinnen, Medizinphysiker oder MPE. Maßgeblich sind die allgemeinen Merkmale: Entgeltgruppe 13 setzt eine abgeschlossene wissenschaftliche Hochschulbildung und eine entsprechende Tätigkeit voraus. Ein Master zählt, wenn er an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule erworben wurde; das zusätzliche Akkreditierungserfordernis ist bis 31.12.2029 ausgesetzt. [16]

Entgeltgruppe 14 ist möglich, wenn sich die Tätigkeit mindestens zu einem Drittel durch besondere Schwierigkeit und Bedeutung oder durch hochwertige Leistungen bei besonders schwierigen Aufgaben heraushebt, oder wenn mindestens drei Beschäftigte der Entgeltgruppe 13 ausdrücklich unterstellt sind. [16] Ob die Fachkunde MPE oder die Leitung einer Medizinphysik-Abteilung diese Merkmale erfüllt, ist eine Frage des Einzelfalls und der Stellenbewertung.

TVöD (VKA): monatliches Tabellenentgelt brutto ab 01.05.2026
StufeE 13E 14
14.901,11 €5.298,27 €
25.279,32 €5.643,35 €
35.709,87 €6.094,01 €
46.177,31 €6.594,12 €
56.727,38 €7.151,57 €
67.025,87 €7.551,78 €

Gültig 01.05.2026 bis 31.03.2027; ohne Jahressonderzahlung und Zulagen. Quelle: oeffentlichen-dienst.de, ergänzende Quelle; maßgeblich ist der Tariftext [17]

Wann der Tarif gilt

Die Werte sind verbindlich, wenn der Arbeitgeber an den TVöD gebunden ist, etwa ein kommunales Krankenhaus, oder der Arbeitsvertrag auf ihn verweist. Universitätskliniken, kirchliche und private Träger, Praxen und Industrieunternehmen zahlen nach eigenen Tarifverträgen, Arbeitsvertragsrichtlinien oder frei vereinbart. Zum Vergleich: Der Median aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten lag Ende 2025 bei 4.217 € brutto im Monat. [18]

Einen eigenen Entgeltatlas-Wert für Medizinphysik weisen wir nicht aus, weil sich die Zuordnung zur Klassifikation der Berufe für diese Seite nicht eindeutig belegen ließ.

Was das Gehalt beeinflusst

  • Tarifbindung und Träger
  • Fachkunde MPE in einem oder mehreren Gebieten
  • Funktion als Strahlenschutzbeauftragte oder Strahlenschutzbeauftragter, Leitung eines Medizinphysik-Teams
  • Berufsjahre (Stufenaufstieg) sowie Bereitschafts- und Wochenenddienste

Weiterbildung

Karriere und Weiterbildung

Weitere Fachkundegebiete, die DGMP-Zertifizierung und Leitungsfunktionen erweitern das Tätigkeitsfeld.

Weitere Fachkundegebiete

Wer bereits eine MPE-Fachkunde besitzt, kann weitere Gebiete mit verkürzter Sachkundezeit ergänzen: von der Röntgendiagnostik oder Nuklearmedizin zur Strahlentherapie 12 Monate, zwischen Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin sowie von der Strahlentherapie in eines der beiden anderen Gebiete jeweils 6 Monate. [7]

Zertifizierung als klinische:r Medizinphysiker:in (DGMP)

Die DGMP bescheinigt die fachliche Befähigung in einem Fachgebiet mit einer freiwilligen Zertifizierung, die von ihrer Fachanerkennungskommission vergeben wird. Voraussetzungen sind: [12]

  • Master mit mindestens 300 ECTS in einem natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Fach oder ein gleichwertiger Abschluss; zehnsemestrige Diplomstudiengänge sind gleichgestellt
  • mindestens vier Jahre praktische Tätigkeit im beantragten Fachgebiet, begleitet von einer weiterbildungsermächtigten Person
  • 250 Leistungspunkte, davon mindestens 60 % im beantragten Fachgebiet
  • DGMP-Mitgliedschaft und ein Fachgespräch

Fachgebiete sind neben Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Röntgendiagnostik unter anderem klinische Audiologie, Laser, Ultraschall, Magnetresonanz, Bildverarbeitung, Strahlenschutz in der Medizin und klinische Medizininformatik. [12] Die Zertifizierung muss alle fünf Jahre mit 250 Leistungspunkten aus Fortbildung, Wissenschaft und Lehre erneuert werden. [13]

Was rechtlich zählt

Für die Tätigkeit als MPE ist allein die behördlich bescheinigte Fachkunde im Strahlenschutz maßgeblich. [1, 5] Die DGMP-Zertifizierung ist ein freiwilliger Qualitätsnachweis der Fachgesellschaft, den Arbeitgeber bei Leitungsstellen berücksichtigen können.

Wissenschaft und Leitung

Hochschulen und Forschungseinrichtungen bieten Promotionsstellen; die meisten setzen keine Fachkunde voraus. [15] Mit Erfahrung übernehmen MPE die Leitung einer Medizinphysik-Abteilung, die Funktion als Strahlenschutzbeauftragte oder Strahlenschutzbeauftragter oder als weiterbildungsermächtigte Person, die Nachwuchs durch die Sachkundezeit begleitet. [2, 12]

Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt und Jobchancen

Die Nachfrage folgt den gesetzlichen Hinzuziehungspflichten in Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Radiologie.

Amtliche Engpass- oder Beschäftigtenzahlen speziell für Medizinphysik-Expertinnen und -Experten liegen uns nicht vor. Der Bedarf ergibt sich vor allem aus den rechtlichen Vorgaben: Jede Strahlentherapie braucht MPE in ausreichender Zahl, und auch CT, Nuklearmedizin und Interventionen unter Durchleuchtung erfordern ihre Mitarbeit. [2, 3]

Bei der Überarbeitung des Richtlinienmoduls 2021 nannte das Bundesumweltministerium als Ziel ausdrücklich, einem absehbaren Mangel an MPE, besonders in der radiologischen Diagnostik, entgegenzusteuern; die Sachkundezeiten wurden deshalb zum 1. März 2021 neu geregelt. [8]

Wo Stellen entstehen

  • Kliniken und Praxen für Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Radiologie, häufig auch als Stellen für die Sachkundezeit
  • Universitäten und Forschungseinrichtungen, oft befristet
  • Medizintechnik- und Softwareunternehmen; viele Industriestellen setzen keine Fachkunde voraus

Quelle: DGMP [15]

Entwicklungen

Die DGMP setzt sich für ein Berufsgesetz ein, das Zugang, Berufsbezeichnung, klinische Weiterbildung und Fortbildungspflicht regeln soll; der Stand ist eine Forderung der Fachgesellschaft, kein Gesetzgebungsverfahren. [14]

Eignung

Für wen eignet sich der Beruf?

Der Beruf verbindet Physik mit klinischer Verantwortung.

Interessen

Physik, Messtechnik und Programmierung, angewandt auf konkrete medizinische Fragen; Interesse an Onkologie, Bildgebung und Strahlenschutz.

Fähigkeiten im Alltag

Sorgfalt bei Messung und Dokumentation, Verständnis für Software und Geräte, klare Kommunikation mit Ärztinnen, Ärzten und MTR, Entscheidungsfähigkeit bei Abweichungen.

Realistisch zu erwarten

Eine lange Qualifizierung mit Master, Sachkundezeit und Kursen, Messungen außerhalb der Regelarbeitszeit und eine hohe Verantwortung für die Patientensicherheit.

Ein Praktikum in einer Strahlentherapie oder Nuklearmedizin während des Studiums zeigt, wie der Alltag aussieht. Bei der Studienwahl hilft die Übersicht der Studiengänge für das MPE-Qualifikationsniveau. [11]

Zugang und Anerkennung

Zugang, Anerkennung und beruflicher Wechsel

Entscheidend ist das Qualifikationsniveau in medizinischer Physik, nicht der genaue Studiengangsname.

Einstieg über das Studium
Master in Medizinischer Physik oder Physik mit passendem Schwerpunkt, anschließend oder parallel Sachkundezeit und Kurse. [7, 10]
Quereinstieg aus Physik, Ingenieurwissenschaften oder Radiologietechnik
Mit einem anderen Hochschulabschluss ist die Fachkunde möglich, wenn die Ausbildung in medizinischer Physik gleichwertig ist; fehlende Inhalte lassen sich teils über Weiterbildungen nachholen, sonst kann ein Fachgespräch nötig sein. [1, 9, 15]
Ausländischer Abschluss
Die Behörde vergleicht Abschluss und Curriculum mit einem deutschen Master in Medizinischer Physik nach Anlage 1 des Richtlinienmoduls; eine Zeugnisbewertung der ZAB ist hilfreich, reicht aber allein nicht aus. Strahlenschutzkurse aus dem Ausland werden laut DGMP meist nicht anerkannt; für Fachgespräch und Klinikalltag empfiehlt die DGMP Deutsch auf Niveau B2. Zuständig ist die Behörde des Landes, in dem Sie leben oder arbeiten wollen. [15]

Medizinphysik ist kein reglementierter Heilberuf mit Approbation. Für die Bewertung ausländischer Hochschulabschlüsse informiert das Portal der Bundesregierung. [19]

Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Beruf

Kurz beantwortet – ausführlicher in den Abschnitten oben.

Was ist der Unterschied zwischen Medizinphysiker und Medizinphysik-Experte?

Medizinphysikerin oder Medizinphysiker ist die allgemeine Berufsbezeichnung für Physikerinnen und Physiker in der Medizin. Medizinphysik-Experte (MPE) ist ein Begriff des Strahlenschutzrechts: Gemeint ist eine Person mit Master in medizinischer Physik oder gleichwertiger Ausbildung, die die Fachkunde im Strahlenschutz besitzt. [1]

Wie lange dauert der Weg zum MPE?

Auf ein in der Regel fünfjähriges Studium mit Bachelor und Master folgt die Sachkundezeit: 18 Monate für die Strahlentherapie, je 12 Monate für Nuklearmedizin oder Röntgendiagnostik, für alle drei Gebiete parallel 30 Monate. Der Master darf parallel zur Sachkundezeit abgeschlossen werden. [7]

Wo müssen MPE hinzugezogen werden?

Bei Behandlungen mit individuellem Bestrahlungsplan wirken MPE eng mit. Bei standardisierten Behandlungen, nuklearmedizinischen Untersuchungen, CT und Interventionen mit erheblicher Exposition sind sie zur Mitarbeit hinzuzuziehen, bei allen übrigen Anwendungen zur Beratung, soweit geboten. [3]

Was verdienen MPE?

Im TVöD (VKA) sind es in Entgeltgruppe 13 seit 1. Mai 2026 4.901 € bis 7.026 € brutto im Monat, in Entgeltgruppe 14 bis 7.552 €. Ein eigenes Tätigkeitsmerkmal gibt es nicht; maßgeblich sind die allgemeinen Merkmale für Beschäftigte mit wissenschaftlicher Hochschulbildung. [16, 17]

Ist die DGMP-Zertifizierung Pflicht?

Nein. Rechtlich zählt die behördlich bescheinigte Fachkunde im Strahlenschutz. Die Zertifizierung als klinische:r Medizinphysiker:in (DGMP) setzt mindestens vier Jahre Praxis im Fachgebiet und 250 Leistungspunkte voraus und ist ein freiwilliger Nachweis. [12]

Braucht man für MRT eine MPE-Fachkunde?

Nein, die Fachkunde MPE betrifft nur ionisierende Strahlung in Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Röntgendiagnostik. Für die Magnetresonanz bietet die DGMP ein eigenes Fachgebiet in ihrer freiwilligen Zertifizierung an. [12, 14]

Kann ich mit einem ausländischen Abschluss MPE werden?

Ja, wenn die Landesbehörde Ihre Ausbildung als gleichwertig mit einem Master in Medizinischer Physik bewertet; gegebenenfalls ist ein Fachgespräch nötig. Zusätzlich brauchen Sie Sachkundezeit und deutsche Strahlenschutzkurse. [15]

Stellenangebote

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Verwandte Berufe im Verzeichnis

Quellen

Stand aller Angaben: 22. Oktober 2026. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Rechtsvorschriften, Tarifverträge und Regelungen der zuständigen Stellen.

19 Quellen
  1. Strahlenschutzgesetz (StrlSchG), § 5 Begriffsbestimmungen, Absatz 24 Medizinphysik-Experte. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  2. Strahlenschutzgesetz (StrlSchG), § 14 Besondere Voraussetzungen bei Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Anwendung am Menschen. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  3. Strahlenschutzverordnung (StrlSchV), § 131 Medizinphysik-Experte. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  4. Strahlenschutzverordnung (StrlSchV), § 132 Aufgaben des Medizinphysik-Experten. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  5. Strahlenschutzverordnung (StrlSchV), § 47 Erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  6. Strahlenschutzverordnung (StrlSchV), § 48 Aktualisierung der Fachkunde. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  7. Richtlinienmodul zur Strahlenschutzverordnung „Erforderliche Fachkunden im Strahlenschutz für Medizinphysik-Experten (MPE) – Anforderungen an den Erwerb“ vom 01.02.2021 (Az. S II 4 – 1512/002-2020.001). Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  8. Richtlinienmodul: Erforderliche Fachkunden im Strahlenschutz für Medizinphysik-Experten (MPE) – Themenseite. Bundesumweltministerium, veröffentlicht 26.04.2021, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  9. Fachkunde MPE: Voraussetzungen und Verfahren. Deutsche Gesellschaft für Medizinische Physik e. V. (DGMP), abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  10. Studium und Weiterbildung in Medizinischer Physik. DGMP, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  11. Studiengänge in Medizinischer Physik für das MPE-Qualifikationsniveau (Übersicht des Fachausschusses Strahlenschutz, Ausgabe 2026). DGMP, zuletzt geändert 03.08.2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  12. Zertifizierung als klinische:r Medizinphysiker:in (DGMP). DGMP, Fachanerkennungskommission, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  13. Rezertifizierung als klinische:r Medizinphysiker:in. DGMP, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  14. Klinisches Medizinphysiker:innen-Gesetz (KlMedPhysG) – Forderung der DGMP. DGMP, veröffentlicht 15.12.2025, zuletzt geändert 28.01.2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  15. Working as a Medical Physicist in Germany. DGMP, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  16. TVöD – Anlage 1 Entgeltordnung (VKA), Lesefassung: Grundsätzliche Eingruppierungsregelungen (Vorbemerkungen) Nr. 3 und 4; Teil A Abschnitt I Nr. 4 (Entgeltgruppen 13 und 14). veröffentlicht vom dbb beamtenbund und tarifunion, 2025, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  17. Entgelttabelle TVöD VKA 2026 (gültig 01.05.2026 bis 31.03.2027). oeffentlichen-dienst.de, abgerufen 22.10.2026 (ergänzende Quelle). Zur Quelle
  18. Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt – Analyse zur Entgeltstatistik 2025. Bundesagentur für Arbeit, Statistik, Oktober 2026 (Stichtag 31.12.2025), abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  19. Anerkennung ausländischer Hochschulabschlüsse (nicht reglementierte Berufe). Anerkennung in Deutschland, Bundesinstitut für Berufsbildung im Auftrag des BMBF, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle

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