Berufsprofil · Public Health und Forschung
Hygienekontrolleurin / Hygienekontrolleur. Aufgaben, Ausbildung, Bezahlung.
Hygienekontrolleurinnen und Hygienekontrolleure überwachen im Auftrag des Gesundheitsamts Hygiene und Infektionsschutz – in Kliniken, Pflegeheimen, Schulen, Unterkünften, Bädern und Trinkwasseranlagen. Die dreijährige Ausbildung nach Landesrecht verbindet Praxis im Gesundheitsamt mit Unterricht an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen.
- Ausbildung
- 3 Jahre, LandesrechtGesundheitsamt und Akademie
- Zugang
- Mittlerer Schulabschlussoder HSA + 2 Jahre Berufsausbildung
- Abschluss
- Staatliche Prüfungschriftlich und mündlich
- Praxis
- mind. 3.700 Stundenplus 900 Unterrichtsstunden
- Kosten Theorie
- 14.400 €Akademie, Anmeldung durch Behörde
- Arbeitgeber
- GesundheitsämterÜberwachung nach §§ 23, 35–37 IfSG
Stand: 22. Oktober 2026 · alle Angaben mit Quellen

Überblick
Der Beruf im Überblick
Hygienekontrolleure überwachen für das Gesundheitsamt, ob Einrichtungen und Anlagen die Anforderungen an Hygiene und Infektionsschutz einhalten.
Hygienekontrolleurinnen und Hygienekontrolleure arbeiten im öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD), in der Regel im Gesundheitsamt eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt. Ihr Arbeitsgebiet umfasst nach der nordrhein-westfälischen Ausbildungs- und Prüfungsordnung den Infektionsschutz und die Infektionsprävention, die Hygieneüberwachung und den gesundheitlichen Umweltschutz, vor allem Umwelthygiene und Seuchenbekämpfung. [2] Sie prüfen also nicht für eine einzelne Einrichtung, sondern im Auftrag der Behörde: in Krankenhäusern und Praxen, Pflegeheimen, Schulen und Kitas, Gemeinschaftsunterkünften, Bädern und Trinkwasseranlagen.
Die Ausbildung ist nicht bundesweit, sondern im Landesrecht geregelt. Nach bestandener staatlicher Prüfung dürfen Absolventinnen und Absolventen die Berufsbezeichnung „Hygienekontrolleurin“ bzw. „Hygienekontrolleur“ führen. [2] Die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen nennt als weitere Bezeichnung „Gesundheitsaufseherin“ bzw. „Gesundheitsaufseher“; in Niedersachsen lautet der Titel der Verordnung „Hygienekontrolleurinnen und Hygienekontrolleure im öffentlichen Gesundheitsdienst“. [1, 3] In Stellenanzeigen finden Sie außerdem Bezeichnungen wie Hygieneinspektorin oder Hygieneinspektor.
Typische Einsatzorte
- Gesundheitsämter (untere Gesundheitsbehörden) der Kreise und kreisfreien Städte – sie sind zugleich Ausbildungsbehörde [2]
- Außendienst in medizinischen Einrichtungen, Pflegeeinrichtungen und Gemeinschaftseinrichtungen
- Außendienst an Wasserversorgungsanlagen, Trinkwasserinstallationen, Schwimm- und Badebecken
- Bei Ausbrüchen: Ermittlungen im Umfeld erkrankter Personen
Abgrenzung zu verwandten Berufen
- Hygienefachkraft
- Pflegefachperson mit Weiterbildung, die als Beschäftigte eines Krankenhauses oder einer anderen medizinischen Einrichtung deren Hygienemanagement mitgestaltet. Hygienekontrolleure stehen auf der anderen Seite: Sie überwachen diese Einrichtungen für das Gesundheitsamt. [8] Mehr dazu im Profil Hygienefachkraft.
- Lebensmittelkontrolleurin / Lebensmittelkontrolleur
- Eigener Beruf der Lebensmittelüberwachung mit eigenen Lehrgängen; Bund und Länder führen beide Berufe im Zwischenbericht zum ÖGD-Pakt getrennt auf. [18]
- Desinfektorin / Desinfektor
- In Nordrhein-Westfalen ist die Desinfektorenausbildung Bestandteil der Hygienekontrolleur-Ausbildung, sofern sie nicht bereits nachgewiesen ist. [2]
- Public Health
- Akademische Laufbahn mit Schwerpunkt auf Bevölkerungsgesundheit, Epidemiologie und Gesundheitsplanung; siehe Public Health.
Was den Beruf ausmacht
Überwachung mit Rechtsgrundlage
Die Kontrollen stützen sich vor allem auf das Infektionsschutzgesetz und die Trinkwasserverordnung. [8, 14]
Breites Themenfeld
Die Ausbildung reicht von Infektionsschutz über Trinkwasser-, Abwasser- und Bäderhygiene bis zu Leichen- und Friedhofswesen und Katastrophenschutz. [2]
Viel Außendienst
Begehungen, Probenahmen und Gespräche vor Ort wechseln sich mit Dokumentation und Verwaltungsarbeit im Amt ab. [7]
Kommunikation
Risikokommunikation, Gesprächsführung und Konfliktbewältigung sind feste Bestandteile des Curriculums. [7]
Aufgaben
Aufgaben und Arbeitsalltag
Begehungen, Probenahmen und Ermittlungen bei Infektionen – auf Grundlage von IfSG und Trinkwasserverordnung.
Infektionshygienische Überwachung
- Begehungen in Krankenhäusern, Praxen, Dialyseeinrichtungen und Rettungsdiensten
- Kontrolle von Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten
- Überwachung von Schulen, Kitas, Heimen und Gemeinschaftsunterkünften
- Prüfung von Hygieneplänen und Aufbereitung von Medizinprodukten
- Ermittlungen bei Infektionen und Ausbrüchen
Umwelt- und Wasserhygiene
- Überwachung von Wasserversorgungsanlagen und Trinkwasserinstallationen
- Probenahmen und Bewertung von Befunden
- Kontrolle von Schwimm- und Badebecken sowie Badegewässern
- Stellungnahmen zu Abwasser, Abfall, Innenraumluft und Bauleitplanung
- Leichen- und Friedhofswesen
Quellen: Ausbildungsziel nach APO NRW [2]; Curriculum der Akademie [7]
Überwachung nach dem Infektionsschutzgesetz
Welche Einrichtungen das Gesundheitsamt überwacht, legt das IfSG fest. Die praktische Arbeit von Hygienekontrolleuren folgt dieser Systematik:
- Medizinische Einrichtungen (§ 23 IfSG)
- Krankenhäuser, Einrichtungen für ambulantes Operieren, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Dialyseeinrichtungen, Tageskliniken, Entbindungseinrichtungen, vergleichbare Einrichtungen sowie Rettungsdienste müssen Hygienepläne führen und unterliegen der infektionshygienischen Überwachung durch das Gesundheitsamt. Arzt-, Zahnarzt- und andere Heilberufspraxen mit invasiven Eingriffen können die Länder per Verordnung einbeziehen; sie können überwacht werden. [8]
- Pflege (§ 35 IfSG)
- Voll- und teilstationäre Einrichtungen für ältere, behinderte oder pflegebedürftige Menschen sowie ambulante Pflegedienste müssen Hygienepläne aufstellen und unterliegen der infektionshygienischen Überwachung. [9]
- Gemeinschaftseinrichtungen und Unterkünfte (§ 36 IfSG)
- Überwacht werden unter anderem Gemeinschaftseinrichtungen nach § 33 IfSG – Kitas und Horte, Schulen und andere Ausbildungseinrichtungen, Heime, Ferienlager – sowie Obdachlosenunterkünfte, Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete und Asylsuchende, sonstige Massenunterkünfte und Justizvollzugsanstalten. [10, 11]
- Tätigkeiten mit Blutkontakt (§ 36 Abs. 2 IfSG)
- Einrichtungen und Unternehmen, in denen Tätigkeiten am Menschen Krankheitserreger über Blut übertragen können, sowie die Kindertagespflege können infektionshygienisch überwacht werden. [10]
Trinkwasser und Badewasser
Wasser für den menschlichen Gebrauch darf die Gesundheit nicht gefährden; bei Schwimm- und Badebecken muss die Aufbereitung eine Desinfektion einschließen. Wasserversorgungsanlagen, Becken und Teiche einschließlich ihrer Aufbereitungsanlagen überwacht das Gesundheitsamt. [12] Die Trinkwasserverordnung legt Mindestintervalle fest: Zentrale und dezentrale Wasserversorgungsanlagen werden mindestens einmal jährlich überwacht, nach vier Jahren ohne wesentliche Beanstandungen mindestens einmal in drei Jahren. Die Überwachungen werden nicht angekündigt. [14] Hinzu kommen Aufgaben rund um Legionellen in Trinkwasserinstallationen, für die die Verordnung eigene Untersuchungs-, Handlungs- und Anordnungsvorschriften enthält. [15]
Infektionsschutz und Ermittlungen
Gibt es Anhaltspunkte, dass eine Person krank, krankheits- oder ansteckungsverdächtig oder Ausscheider ist, ermittelt das Gesundheitsamt insbesondere Art, Ursache, Ansteckungsquelle und Ausbreitung der Krankheit. [13] Hygienekontrolleure wirken daran mit, etwa bei Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen oder bei der Ermittlung von Kontaktpersonen. Das Curriculum behandelt dazu Meldewesen, Surveillance, Ausbruchsmanagement, Tuberkulose, sexuell übertragbare Infektionen und Pandemieplanung. [7]
Arbeitsalltag
Der Tag teilt sich in Außendienst und Innendienst: Begehungen und Probenahmen werden vorbereitet, durchgeführt und dokumentiert; Befunde werden bewertet, Mängel mitgeteilt und Nachkontrollen geplant. Das Curriculum nennt Begehung und Dokumentation ausdrücklich als Überwachungsmethoden. [7] Zum Arbeitsumfeld gehören Ärztinnen und Ärzte des Gesundheitsamts, Labore, Wasserversorger, Betreiber von Einrichtungen und andere Behörden. Wie Bereitschaftsdienste und Außendienst organisiert sind, regelt jedes Gesundheitsamt selbst.
Befugnisse: Was Hygienekontrolleure entscheiden – und was nicht
Die Befugnisse nach IfSG und Trinkwasserverordnung liegen beim Gesundheitsamt als Behörde. [13, 14] Hygienekontrolleure nehmen Aufgaben nach der Ausbildungsordnung „selbstständig oder mitwirkend“ wahr. [2] Welche Entscheidungen sie selbst zeichnen und welche Anordnungen die Amtsleitung oder die Amtsärztin bzw. der Amtsarzt trifft, legt die jeweilige Behörde fest.
Ausbildung
Ausbildung nach Landesrecht
Drei Jahre im Wechsel von Gesundheitsamt und Akademie, abgeschlossen mit einer staatlichen Prüfung.
Quellen: APO NRW [2]; APVO-HygK Niedersachsen [4]
- Rechtsgrundlage
- Landesrecht. Die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen nennt Ausbildungs- und Prüfungsordnungen aus Berlin (2021), Hessen (2017), Niedersachsen (2022), Nordrhein-Westfalen (2017, geändert 2024) und dem Saarland (2024). [1]
- Dauer
- In der Regel drei Jahre. In Niedersachsen ist die praktische Ausbildung auch in Teilzeit möglich; die Ausbildung soll dann höchstens fünf Jahre dauern. [1, 4]
- Lernorte
- Praxis im Gesundheitsamt und in externen Einsätzen; Theorie an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen, überwiegend als Online-Live-Unterricht mit Präsenzzeiten in Düsseldorf, Berlin und an dezentralen Standorten. [1]
Zwei Länder im Vergleich
| Merkmal | Nordrhein-Westfalen | Niedersachsen |
|---|---|---|
| Verordnung | APO-Hyg.-Kontr. vom 08.06.2017, Fassung bis 30.06.2026 | APVO-HygK vom 18.03.2022 |
| Dauer | 3 Jahre, Blockmodell | 3 Jahre Vollzeit, Teilzeit bis 5 Jahre |
| Praxis | mind. 3.700 Std., davon höchstens 2.900 Std. bei der unteren Gesundheitsbehörde | mind. 3.700 Std. bei den Ausbildungsstellen |
| Theorie | mind. 900 Unterrichtsstunden, Akademie Düsseldorf | mind. 900 Unterrichtsstunden, Akademie Düsseldorf |
| Schulische Voraussetzung | Mittlerer Schulabschluss, Hauptschulabschluss plus mind. zweijährige förderliche Berufsausbildung oder sonstige zehnjährige Schulbildung | Hauptschulabschluss plus mind. zweijährige förderliche Berufsausbildung oder höherer Schulabschluss |
| Prüfung | Staatliche Prüfung vor dem Prüfungsausschuss bei der Bezirksregierung Düsseldorf | Staatliche Prüfung nach den Regeln der APO NRW |
Quellen: APO NRW [2]; APVO-HygK §§ 3, 4, 8 [3, 4, 5]
Praktische Ausbildung
Die praktische Ausbildung beginnt mit einer längeren Praxisphase im Gesundheitsamt. [1] In NRW müssen Auszubildende außerdem mindestens sechs von zwölf externen Bereichen durchlaufen, darunter Krankenhäuser und Dialyseeinrichtungen, Alten- und Pflegeheime, Gemeinschaftsunterkünfte, Schwimmbad, Wasserwerk, Abwasser- oder Abfallbehandlungsanlage, Hygieneinstitut oder Labor, Veterinäramt, Umweltamt und Bezirksregierung. Ein Berichtsheft dokumentiert die Einsätze. [2] Für Berlin sieht die Verordnung mindestens 2.900 Stunden im Gesundheitsamt vor; für externe Praktika empfiehlt der Prüfungsausschuss bis zu 800 Stunden und hält weniger als 700 Stunden nicht für ausreichend. [6]
Theoretische Ausbildung
Das Curriculum der Akademie gliedert die 900 Unterrichtseinheiten in fünf Fächer: Arbeitsmethodik (60), Staats-, Rechts- und Verwaltungskunde (90), Öffentliches Gesundheitswesen (70), Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten (340) sowie Umwelthygiene und Gesundheitsschutz (330). Während des Unterrichts sind Klausuren zu schreiben; ihr Durchschnitt muss mindestens „ausreichend“ sein. [7]
Staatliche Prüfung
- Zulassung
Voraussetzungen sind unter anderem das Berichtsheft, die erfolgreich abgeschlossene praktische und theoretische Ausbildung und die Desinfektorenausbildung. [7]
- Schriftlicher Teil
Drei Aufsichtsarbeiten zu je 240 Minuten. [2]
- Mündlicher Teil
Einzel- oder Gruppenprüfung mit bis zu vier Prüflingen, etwa 30 Minuten je Prüfling zu ausgewählten Prüfungsthemen. [2]
- Ergebnis
Die Gesamtnote ergibt sich aus sieben Einzelnoten; bestanden ist die Prüfung ab „ausreichend“. Sie kann einmal wiederholt werden. In NRW werden für die Prüfung keine Gebühren erhoben. [2]
Zugangsvoraussetzungen
Gesetzlich gefordert sind gesundheitliche Eignung und persönliche Zuverlässigkeit sowie ein Schulabschluss nach Landesrecht (siehe Tabelle). Mit dem Antrag reichen Sie in der Regel Lebenslauf, Nachweise, ein Führungszeugnis und ein ärztliches Zeugnis ein; Führungszeugnis und ärztliches Zeugnis dürfen bei Antragstellung höchstens drei Monate alt sein. [2, 3] Eine Vorqualifikation im Gesundheitswesen ist nicht vorgeschrieben. Eine abgeschlossene, gleichwertige Ausbildung kann in NRW mit höchstens sechs Monaten auf die praktische Ausbildung angerechnet werden. [2]
Kosten und Vergütung
Die Akademie gibt die Kosten des theoretischen Teils mit 14.400 € an. [1] Angemeldet wird über die Ausbildungsbehörde. Eine Ausbildungsvergütung regelt die nordrhein-westfälische APO nicht; die Auszubildenden werden aber von der Ausbildungsbehörde eingestellt. [2] Vergütung und Kostenübernahme ergeben sich daher aus dem Ausbildungsvertrag und der Stellenausschreibung – klären Sie beides vor Vertragsschluss.
Stand 2026: Neuordnung in NRW
Die APO NRW von 2017 trat am 30.06.2026 außer Kraft. [2] Nach Angaben der Akademie gelten für den Jahrgang 27–30 eine neue APO NRW und ein darauf aufbauendes Curriculum; der theoretische Teil des Jahrgangs 26–29 wird ausgesetzt. [1] Einzelheiten der Neuregelung lagen dieser Seite nicht vor. Maßgeblich sind die aktuelle Verordnung Ihres Landes und die Auskunft der Ausbildungsbehörde.
Nicht alle Länder bilden über die Düsseldorfer Akademie aus. Nach dem Zwischenbericht zum ÖGD-Pakt begann Sachsen 2022 mit einer eigenen Ausbildung; Bayern hat die Kapazitäten der Lehrgänge an seiner Akademie für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mehr als verdoppelt. [18]
Gehalt
Gehalt und Bezahlung
Bezahlt wird nach Tarifrecht oder Besoldung des öffentlichen Dienstes; die Eingruppierung hängt von der Stelle ab.
Hygienekontrolleure sind Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Für kommunale Gesundheitsämter gilt in der Regel der TVöD (VKA), für Landesbehörden der TV-L. Welche Entgelt- oder Besoldungsgruppe gilt, steht in der Stellenausschreibung.
Eingruppierung im TVöD
Die Entgeltordnung zum TVöD (VKA) enthält kein eigenes Tätigkeitsmerkmal für Hygienekontrolleure oder Gesundheitsaufseher. [19] Die Eingruppierung richtet sich deshalb nach den allgemeinen Tätigkeitsmerkmalen des Teils A und damit nach der Bewertung der konkreten Stelle. Eine bundeseinheitliche Entgeltgruppe lässt sich daraus nicht ableiten; diese Seite nennt deshalb keine Tarifwerte. Zum Vergleich: Das spezielle Merkmal für Hygienefachkräfte steht im Pflegeteil der Entgeltordnung und ist auf Hygienekontrolleure nicht übertragbar. [19]
Was die Statistik zeigt
Für Hygienekontrolleure ließ sich keine Berufsgattung der Klassifikation der Berufe belegen, für die die Bundesagentur für Arbeit einen eigenen Medianwert ausweist. Ein Entgeltatlas-Wert wird daher nicht angegeben.
Bezahlung als Ziel des ÖGD-Pakts
Bund und Länder wollten die Attraktivität des ÖGD über Besoldungsrecht, Tarifverträge und Arbeitsbedingungen erhöhen. Bis Besoldungsverbesserungen greifen, konnte jedes Land bis zu zehn Prozent seines Anteils der Paktmittel für finanzielle Anreize einsetzen. Der Pakt stellt zugleich klar, dass die Länder wegen der Tarifautonomie nur begrenzten Einfluss auf die Bezahlung kommunaler Tarifbeschäftigter haben. [17]
Was das Gehalt beeinflusst
- Tarifvertrag bzw. Besoldungsordnung des Arbeitgebers (Kommune oder Land)
- Bewertung der Stelle und Umfang selbstständiger Aufgaben
- Stufenaufstieg nach Berufsjahren
- Zulagen, etwa für Bereitschaftsdienste, soweit vereinbart
- Koordinierende oder leitende Funktionen im Sachgebiet
Karriere
Spezialisierung und Weiterbildung
Die Entwicklung verläuft meist über Sachgebiete im Gesundheitsamt oder ein anschließendes Studium.
Die Ausbildung qualifiziert breit; im Berufsalltag spezialisieren sich viele auf einzelne Sachgebiete. Die Ausbildungsordnung nennt unter anderem Infektionsschutz, Trinkwasser-, Abwasser- und Bäderhygiene, Hygiene in Einrichtungen, Katastrophenschutz und epidemiologische Auswertungen. [2]
Fachliche Vertiefung
- Infektionshygiene in medizinischen Einrichtungen und in der Pflege, einschließlich Aufbereitung von Medizinprodukten [7]
- Trinkwasser und Legionellen, Badewasser und Badegewässer [7, 15]
- Infektionsschutz, Meldewesen und Ausbruchsmanagement [7]
- Umwelthygiene, Innenraumluft und Bauleitplanung [7]
Studium
Wer die Hochschulzugangsberechtigung hat oder sie erwirbt, kann ein Studium im Bereich Gesundheitswissenschaften oder Public Health anschließen. Welche Studiengänge die Ausbildung anrechnen, entscheiden die Hochschulen.
Verantwortung im Amt
Mit Erfahrung übernehmen Hygienekontrolleure häufig die Koordination eines Sachgebiets, die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen oder die Praxisanleitung von Auszubildenden. Diese Funktionen sind nicht bundeseinheitlich geregelt; ihre Ausgestaltung hängt vom Gesundheitsamt ab.
Arbeitsmarkt
Arbeitsmarkt und Jobchancen
Der ÖGD-Pakt hat Stellen und Ausbildungsplätze ausgebaut; seine Laufzeit endet Ende 2026.
Quelle: Zwischenbericht zum Pakt für den ÖGD, Dezember 2023 [18]
Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst
Bund und Länder haben den Pakt am 29.09.2020 beschlossen; er läuft vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2026. Bund und EU stellen insgesamt 4 Mrd. € bereit, davon 3,1 Mrd. € für Personalaufwuchs und Attraktivität. [16] Die Länder sollten bis Ende 2021 mindestens 1.500 und bis Ende 2022 mindestens weitere 3.500 unbefristete Vollzeitstellen schaffen und besetzen, grundsätzlich zu 90 Prozent in den Gesundheitsämtern – für Ärztinnen und Ärzte, weiteres Fachpersonal und Verwaltungspersonal. [17]
Ausbildungskapazitäten
Laut Zwischenbericht waren die Lehrgänge für Hygienekontrolleure vor dem Pakt auf 60 Teilnehmende je Jahrgang begrenzt. Die Begrenzung wurde aufgehoben; 2021 und 2022 wurden zusätzlich 210 Personen ausgebildet. Der Anteil des „weiteren Fachpersonals“ an den neuen Stellen lag 2021 bei etwa 41 und 2022 bei etwa 52 Prozent; eine gesonderte Zahl für Hygienekontrolleure nennt der Bericht nicht. [18]
Einschätzung
Eine amtliche Engpassbewertung speziell für Hygienekontrolleure liegt nicht vor. Die Stellen hängen an den Haushalten von Kommunen und Ländern. Mit dem Laufzeitende des Pakts Ende 2026 ist die Finanzierung der zusätzlichen Stellen eine offene Frage; der Pakt sah einen Austausch über die Verstetigung der Personalfinanzierung nach 2026 vor. [17] Dass die Akademie den theoretischen Teil eines Jahrgangs aussetzt, zeigt, dass sich Ausbildungsangebote kurzfristig ändern können. [1] Fragen Sie bei Interesse direkt bei den Gesundheitsämtern Ihrer Region nach Ausbildungs- und Stellenplänen.
Eignung
Für wen eignet sich der Beruf?
Gefragt sind Menschen, die gern prüfen, erklären und selbstständig unterwegs sind.
Interessen
- Infektionsschutz, Mikrobiologie und Umwelthygiene
- Technik von Wasser-, Bade- und Lüftungsanlagen
- Recht und Verwaltung
Fähigkeiten im Alltag
- Sorgfältig beobachten und dokumentieren
- Mängel sachlich und klar ansprechen
- Mit Betreibern, Fachleuten und Bürgerinnen und Bürgern kommunizieren
- Selbstständig im Außendienst arbeiten
Realistisch zu erwarten
- Kontrollierende Rolle, die nicht immer willkommen ist
- Hoher Anteil an Verwaltungsarbeit
- Arbeitsspitzen bei Ausbrüchen
- Kaum direkte Patientenversorgung
Ein Praktikum oder eine Hospitation im Gesundheitsamt zeigt, wie Begehungen und Ermittlungen ablaufen. Bei der Orientierung hilft auch die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit. [21]
Zugang
Zugang, Anerkennung und beruflicher Wechsel
Der Beruf steht auch Quereinsteigenden mit abgeschlossener Berufsausbildung offen.
- Einstieg über die Ausbildung
- Sie bewerben sich bei einem Gesundheitsamt und schließen einen Ausbildungsvertrag. Die Ausbildungsbehörde stellt ein und meldet Sie zum theoretischen Teil an der Akademie an. [1]
- Quereinstieg
- Eine abgeschlossene Berufsausbildung erleichtert den Zugang: Mit Hauptschulabschluss ist eine mindestens zweijährige förderliche Berufsausbildung Voraussetzung. [2, 3] Hilfreich sind etwa Ausbildungen in Pflege, Labor, Ver- und Entsorgung oder Technik. Gleichwertige Vorausbildungen können in NRW bis zu sechs Monate auf die Praxis angerechnet werden. [2]
- Wechsel zwischen Ländern
- Über die Gleichwertigkeit einer in einem anderen Land oder im Ausland abgeschlossenen Ausbildung entscheidet in NRW die Bezirksregierung. [2] Klären Sie die Anerkennung vor einem Wechsel mit der zuständigen Behörde.
- Ausländischer Abschluss
- Ob und wie ein ausländischer Abschluss anerkannt werden kann, zeigt der Anerkennungs-Finder. [20]
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Beruf
Kurz beantwortet – ausführlicher in den Abschnitten oben.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Hygienekontrolleurin bzw. zum Hygienekontrolleur?
Welchen Schulabschluss brauche ich?
In NRW genügt ein mittlerer Schulabschluss, ein Hauptschulabschluss mit mindestens zweijähriger förderlicher Berufsausbildung oder eine sonstige zehnjährige Schulbildung. In Niedersachsen sind Hauptschulabschluss plus zweijährige förderliche Berufsausbildung oder ein höherer Schulabschluss gefordert. [2, 3]
Wo bewerbe ich mich?
Was kostet die Ausbildung und gibt es eine Vergütung?
Was verdienen Hygienekontrolleure?
Das hängt von Arbeitgeber und Stellenbewertung ab. Die Entgeltordnung zum TVöD (VKA) enthält kein eigenes Merkmal für den Beruf; die Entgeltgruppe nennt die Stellenausschreibung. [19]
Was ist der Unterschied zur Hygienefachkraft?
Hygienefachkräfte sind Pflegefachpersonen mit Weiterbildung und arbeiten in der Klinik selbst. Hygienekontrolleure arbeiten für das Gesundheitsamt und überwachen diese Einrichtungen von außen. [8]
Welche Einrichtungen kontrollieren Hygienekontrolleure?
Stellenangebote
Stellen für Hygienekontrolleure bei DocJob24.
DocJob24 veröffentlicht ausschließlich Stellen aus dem Gesundheitswesen – bei geprüften Arbeitgebern.
Aktuelle Stellen für Hygienekontrolleurinnen und Hygienekontrolleure finden Sie in der Berufsgruppe „Verwaltung im Gesundheitswesen“. Mit einem kostenlosen Bewerberprofil können Arbeitgeber Sie außerdem direkt finden – Name und Kontaktdaten sehen sie erst, wenn Sie sich bewerben.
Verwandte Berufe im Verzeichnis
Quellen
Stand aller Angaben: 22. Oktober 2026. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Rechtsvorschriften, Tarifverträge und Regelungen der zuständigen Stellen.
21 Quellen
- Hygienekontrolleur:in – Ausbildung (Rechtsgrundlagen der Länder, Dauer, Aufbau, Zugangsvoraussetzungen, Kosten, Bewerbung). Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Hygienekontrolleurinnen und -kontrolleure (APO-Hyg.-Kontr.) vom 08.06.2017, geändert durch Verordnung vom 22.03.2024 (GV. NRW. S. 202); §§ 1–3, 6, 7, 11, 12, 14–16, 20, 21, 23. Land Nordrhein-Westfalen, recht.nrw.de, Fassung gültig 17.04.2024 bis 30.06.2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Verordnung über die Ausbildung und Prüfung für Hygienekontrolleurinnen und Hygienekontrolleure im öffentlichen Gesundheitsdienst (APVO-HygK) vom 18.03.2022, § 3 Zulassung zur Ausbildung. Land Niedersachsen, Nds. GVBl. S. 164, VORIS, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- APVO-HygK Niedersachsen, § 4 Gliederung und Dauer der Ausbildung. Land Niedersachsen, VORIS, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- APVO-HygK Niedersachsen, § 8 Staatliche Prüfung. Land Niedersachsen, VORIS, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Praktika nach § 5 der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Hygienekontrolleurinnen und Hygienekontrolleure (HygKontrAPrO) Berlin vom 05.07.2021 – Stellungnahme des Prüfungsausschusses. Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen, Juli 2022, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Curriculum für die theoretische Ausbildung von Hygienekontrolleurinnen und Hygienekontrolleuren (Berichte & Materialien Band 23), 2. überarbeitete Auflage. Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf, August 2018, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG), § 23 Nosokomiale Infektionen; Resistenzen. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 35 Infektionsschutz in Einrichtungen und Unternehmen der Pflege und Eingliederungshilfe. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 36 Infektionsschutz bei bestimmten Einrichtungen, Unternehmen und Personen. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 33 Gemeinschaftseinrichtungen. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 37 Beschaffenheit von Wasser für den menschlichen Gebrauch sowie von Wasser zum Schwimmen oder Baden in Becken oder Teichen, Überwachung. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 25 Ermittlungen. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV), § 55 Umfang der Überwachung durch das Gesundheitsamt. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Trinkwasserverordnung (TrinkwV) – Inhaltsübersicht (u. a. §§ 31, 51, 54–60, 68). Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Bundesministerium für Gesundheit, Themenseite, Stand 12.11.2024, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (Beschluss von Bund und Ländern vom 29.09.2020). Bundesministerium für Gesundheit, PDF, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Zwischenbericht zum Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (insbesondere S. 6–7 und 13–14). Bund und Länder, 12.12.2023, Bundesministerium für Gesundheit, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- TVöD – Anlage 1 Entgeltordnung (VKA), Teil A (Allgemeiner Teil) und Teil B (Besonderer Teil). Lesefassung, veröffentlicht vom dbb beamtenbund und tarifunion, 2025, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Anerkennung in Deutschland – Anerkennungs-Finder. Bundesinstitut für Berufsbildung, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
- Hilfe bei der Berufswahl – Berufsberatung. Bundesagentur für Arbeit, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle