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Berufsprofil · Therapie

Physiotherapeutin / Physiotherapeut. Aufgaben, Ausbildung, Gehalt.

Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten fördern Beweglichkeit, Kraft und Koordination – mit Übungen, manuellen Techniken und physikalischen Maßnahmen, meist auf ärztliche Verordnung. Der Beruf wird in einer dreijährigen Ausbildung an einer Berufsfachschule oder in einem Studium erlernt und endet mit der staatlichen Prüfung nach dem MPhG.

Ausbildung
3 Jahre, schulischBerufsfachschule und Klinikpraxis
Zugang
Mittlerer Schulabschlussoder Hauptschule plus zweijährige Ausbildung
Abschluss
Staatliche PrüfungErlaubnis zur Berufsbezeichnung (MPhG)
Kosten
Schulgeld je nach Landmeist keine Ausbildungsvergütung
Mittleres Entgelt
3.452 €brutto im Monat, Vollzeit, Ende 2025
Arbeitsmarkt
EngpassberufEngpassanalyse 2025 der BA

Stand: 22. Oktober 2026 · alle Angaben mit Quellen

Physiotherapeutin misst mit einem Goniometer die Beugung im Kniegelenk eines liegenden Patienten

Überblick

Der Beruf im Überblick

Physiotherapie verbindet Befund, aktive Übungstherapie, manuelle Techniken und physikalische Maßnahmen – in Praxis, Klinik und Rehabilitation.

Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten behandeln Menschen, deren Bewegungs- und Funktionsfähigkeit durch Krankheit, Verletzung, Operation, Fehlentwicklung oder Alter eingeschränkt ist. Das Gesetz beschreibt als Ausbildungsziel, durch Physiotherapie in Prävention, kurativer Medizin, Rehabilitation und Kurwesen Hilfen zur Entwicklung, zum Erhalt oder zur Wiederherstellung aller Funktionen im somatischen und psychischen Bereich zu geben – und bei nicht rückbildungsfähigen Einschränkungen Ersatzfunktionen zu schulen. [1]

Rechtsgrundlage ist das Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) von 1994; bis dahin lautete die Berufsbezeichnung Krankengymnastin bzw. Krankengymnast. Die Bezeichnung „Physiotherapeutin“ oder „Physiotherapeut“ darf nur führen, wer eine staatliche Erlaubnis besitzt; wer sie unbefugt führt, handelt ordnungswidrig. [1] Ältere Erlaubnisse als Krankengymnastin oder Krankengymnast berechtigen weiterhin zur Kassenzulassung. [18]

Typische Einsatzorte

  • Physiotherapiepraxen, einschließlich Hausbesuchen bei Patientinnen und Patienten zu Hause sowie in Pflege- und Betreuungseinrichtungen
  • Krankenhäuser und Universitätskliniken
  • Rehabilitations- und Vorsorgeeinrichtungen
  • Medizinische Versorgungszentren, Sport- und Präventionseinrichtungen
  • Berufsfachschulen und Hochschulen (Lehre, mit entsprechender Zusatzqualifikation)

Abgrenzung zu verwandten Berufen

Der Masseur und medizinische Bademeister ist im selben Gesetz als eigener Beruf mit eigener Ausbildung geregelt; eine bestandene Masseurprüfung verkürzt die Physiotherapieausbildung. [1] Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten setzen stärker bei der Handlungsfähigkeit im Alltag an. Physiotherapie ist kein ärztlicher Beruf: Diagnose und Indikation liegen bei Ärztinnen und Ärzten, solange keine Heilpraktikererlaubnis vorliegt (siehe Aufgaben).

Was den Beruf ausmacht

Befund vor Behandlung

Jede Therapie beginnt mit einer physiotherapeutischen Befunderhebung; Befund, Dokumentation und Therapieplan sind Teil der praktischen Abschlussprüfung. [2]

Breites Methodenspektrum

Neben krankengymnastischen Techniken gehören Massagetherapie, Elektro-, Licht-, Hydro- und Thermotherapie zur Grundausbildung. [2]

Arbeiten auf Verordnung

Zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung wird grundsätzlich auf ärztliche Verordnung behandelt; seit November 2024 gibt es für Schultererkrankungen die Blankoverordnung. [16, 15]

Spezialisierung über Zertifikate

Leistungen wie Manuelle Therapie, Lymphdrainage oder KG-ZNS dürfen in der GKV nur mit anerkannter Weiterbildung und Abrechnungsbefugnis erbracht werden. [16]

Aufgaben

Aufgaben und Arbeitsalltag

Der Alltag wechselt zwischen Befund, Behandlung, Anleitung und Dokumentation – meist im festen Terminraster.

Befund, Planung und Beratung

  • Physiotherapeutischen Befund erheben, bewerten und dokumentieren
  • Behandlungsziele und Therapieplan auf Grundlage der ärztlichen Diagnose festlegen
  • Patientinnen und Patienten zu Eigenübungen, Haltung und Belastung anleiten und motivieren
  • Verlauf dokumentieren und mit Ärztinnen und Ärzten abstimmen

Behandlung

  • Krankengymnastische Einzel- und Gruppenbehandlungen durchführen
  • Bewegungs-, Kraft- und Koordinationstraining, auch gerätegestützt
  • Massage-, Elektro-, Wärme-, Kälte- und Hydrotherapie anwenden
  • Mit Zusatzqualifikation: Manuelle Therapie, Lymphdrainage, neurophysiologische Verfahren

Quellen: Prüfungsinhalte der PhysTh-APrV [2]; BERUFENET [11]

Arbeitsumgebung und Arbeitszeit

Gearbeitet wird in Behandlungsräumen, Patientenzimmern, Trainings- und Gymnastikräumen, Bewegungsbädern und in Wohnungen von Patientinnen und Patienten. [11] In Praxen bestimmt der Terminplan den Tag: Für eine krankengymnastische Einzelbehandlung sieht der GKV-Vertrag eine Regelbehandlungszeit von 15 bis 25 Minuten vor, für Manuelle Therapie ebenfalls 15 bis 25 Minuten, für KG-ZNS bei Erwachsenen 25 bis 35 Minuten. [17] In Kliniken können Wochenenddienste hinzukommen.

Zusammenarbeit

Enge Schnittstellen bestehen zu verordnenden Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen, Ergotherapie, Logopädie und Orthopädietechnik – in Kliniken und Rehabilitation als Teil interprofessioneller Teams.

Belastungen

Lagern, Mobilisieren und Halten von Patientinnen und Patienten sind körperlich fordernd. Hinzu kommen eng getaktete Termine, Dokumentation und der Umgang mit Schmerz und chronischen Verläufen.

Unterschiede nach Einsatzbereich

Ambulante Praxis
Überwiegend orthopädische, chirurgische und neurologische Krankheitsbilder auf Verordnung, Hausbesuche, Abrechnung nach den GKV-Verträgen. [16]
Akutkrankenhaus
Frühmobilisation nach Operationen, Atemtherapie, Behandlung auf Intensiv- und Normalstationen, enge Abstimmung mit Ärzteschaft und Pflege.
Rehabilitation
Längere Behandlungsphasen mit Trainings- und Gruppentherapie, häufig nach Gelenkersatz, Schlaganfall oder bei chronischen Erkrankungen.
Pädiatrie und Neurologie
Behandlung nach neurophysiologischen Konzepten wie Bobath oder Vojta; für die GKV-Abrechnung ist eine KG-ZNS-Weiterbildung Voraussetzung. [16, 20]

Was Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten dürfen – und was nicht

Die Erlaubnis nach dem MPhG berechtigt zur Führung der Berufsbezeichnung, nicht zur eigenständigen Ausübung der Heilkunde. [1] Zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung setzt die Behandlung grundsätzlich eine ärztliche Verordnung voraus; welche Heilmittel bei welchen Indikationen verordnet werden können, regelt die Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses mit dem Heilmittelkatalog. [16, 12]

Blankoverordnung: Bei der „Heilmittelversorgung mit erweiterter Versorgungsverantwortung“ stellt die Ärztin oder der Arzt Diagnose und Indikation; Auswahl des Heilmittels, Anzahl der Behandlungseinheiten und Frequenz bestimmen dann die Therapeutinnen und Therapeuten selbst (§ 125a SGB V). [14] In der Physiotherapie gilt dies seit dem 1. November 2024 für rund 100 Indikationen an der Schulter; die Verordnung ist höchstens 16 Wochen gültig, und die Verantwortung für Art und Menge der Behandlung liegt bei der Praxis. [15]

Direktzugang: Ohne Verordnung dürfen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten heilkundlich nur mit einer auf die Physiotherapie beschränkten Heilpraktikererlaubnis („sektoraler Heilpraktiker“) behandeln. Sie setzt eine eingeschränkte Kenntnisüberprüfung voraus, unter anderem zur Abgrenzung gegenüber ärztlicher Tätigkeit und zu diagnostischen Fähigkeiten. [23] Einen Direktzugang zulasten der GKV gibt es bislang nicht. [6]

Ausbildung

Ausbildung, Studium und Prüfung

Drei Jahre an einer Berufsfachschule oder ein Studium, jeweils mit staatlicher Prüfung nach MPhG und PhysTh-APrV.

Rechtsgrundlage
Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG) vom 26.05.1994 und Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten (PhysTh-APrV) vom 06.12.1994. [1, 2]
Dauer und Umfang
3 Jahre mit mindestens 2.900 Stunden theoretischem und praktischem Unterricht und 1.600 Stunden praktischer Ausbildung. [1, 2]
Lernorte
Staatlich anerkannte Schulen (Berufsfachschulen); die praktische Ausbildung findet in Krankenhäusern oder anderen geeigneten medizinischen Einrichtungen statt. Die Länder können die Ausbildung auch an Hochschulen ansiedeln (§ 18a MPhG). [1]
Zuständige Stelle
Geprüft wird vor einem staatlichen Prüfungsausschuss; die Erlaubnis erteilt die zuständige Behörde des jeweiligen Landes. [1, 2]
Abschluss
Staatliche Prüfung und anschließend die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung. Voraussetzung sind außerdem Zuverlässigkeit, gesundheitliche Eignung und die erforderlichen Deutschkenntnisse (§ 2 MPhG). [1]

Ausbildungsinhalte

Mit 700 Stunden entfällt der größte Block des Unterrichts auf die methodische Anwendung der Physiotherapie in den medizinischen Fachgebieten – von Innerer Medizin, Chirurgie und Orthopädie über Neurologie, Psychiatrie und Pädiatrie bis zu Geriatrie, Rheumatologie und Sportmedizin. [2]

  • Methodische Anwendung in den Fachgebieten700 Std.
  • Krankengymnastische Behandlungstechniken500 Std.
  • Spezielle Krankheitslehre360 Std.
  • Anatomie240 Std.
  • Massagetherapie150 Std.
  • Physiologie140 Std.
  • Bewegungserziehung120 Std.
  • Befund- und Untersuchungstechniken100 Std.
Größte Unterrichtsfächer nach Anlage 1 PhysTh-APrV (insgesamt 2.900 Stunden). Quelle: PhysTh-APrV [2]

Die 1.600 Stunden praktische Ausbildung verteilen sich auf Chirurgie, Innere Medizin, Orthopädie und Neurologie (je 240 Stunden), Pädiatrie (160), Psychiatrie und Gynäkologie (je 80) sowie 240 frei zu verteilende Stunden und 80 Stunden in sonstigen Einrichtungen und Exkursionen. [2]

Staatliche Prüfung

  1. Schriftlicher Teil

    An zwei Tagen, vier Fächergruppen: Berufs-, Gesetzes- und Staatskunde mit Psychologie, Pädagogik und Soziologie (45 Minuten); Angewandte Physik und Biomechanik, Trainings- und Bewegungslehre (90 Minuten); Prävention und Rehabilitation sowie methodische Anwendung der Physiotherapie (180 Minuten); Spezielle Krankheitslehre (90 Minuten). [2]

  2. Mündlicher Teil

    Anatomie, Physiologie und Spezielle Krankheitslehre, einzeln oder in Gruppen bis zu fünf Personen; je Fach höchstens 30 Minuten, in Physiologie höchstens 15 Minuten. [2]

  3. Praktischer Teil

    Krankengymnastische Behandlungstechniken am Probanden, Anleitung einer Gruppenbehandlung mit mindestens sechs Teilnehmenden, je eine Technik aus Massage-, Elektro- und Hydro-/Thermotherapie sowie Befund, Therapieplan und Behandlung an zwei Patientinnen oder Patienten aus unterschiedlichen Fachgebieten. Der praktische Teil soll innerhalb von vier Wochen abgeschlossen sein. [2]

  4. Erlaubnis

    Nach bestandener Prüfung erteilt die Landesbehörde auf Antrag die Erlaubnis; erst sie berechtigt zur Führung der Berufsbezeichnung. [1]

Zugangsvoraussetzungen

Gesetzlich verlangt § 10 MPhG die gesundheitliche Eignung und einen mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) oder eine gleichwertige Ausbildung, eine andere abgeschlossene zehnjährige Schulbildung, die den Hauptschulabschluss erweitert, oder einen Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen, mindestens zweijährigen Berufsausbildung. [1] In der Praxis wählen die Schulen ihre Bewerberinnen und Bewerber nach eigenen Kriterien aus. [11]

Verkürzung

  • Masseurinnen und Masseure mit bestandener staatlicher Prüfung absolvieren eine auf 18 Monate verkürzte Ausbildung, nach mindestens fünfjähriger Berufstätigkeit eine von 12 Monaten. [1]
  • Turn-, Sport- und Gymnastiklehrkräfte mit mindestens zweijähriger abgeschlossener Ausbildung erhalten sechs Monate angerechnet; andere gleichwertige Ausbildungen können auf Antrag angerechnet werden. [1]

Schulgeld

Physiotherapieschulen gibt es in staatlicher und privater Trägerschaft; ohne Förderung kann das Schulgeld je nach Anbieter bis zu 20.000 € für die gesamte Ausbildung betragen. [8] Ein bundesweites Verbot von Schulgeld gibt es nicht. Die meisten Länder übernehmen das Schulgeld inzwischen ganz oder teilweise, allerdings über unterschiedliche, teils befristete Förderprogramme. Nach einer Übersicht des IFK (Stand Januar 2026) gelten 14 Länder als vollständig und Baden-Württemberg sowie Sachsen-Anhalt als anteilig schulgeldfrei. [8]

Beispiele für Landesregelungen zum Schulgeld in der Physiotherapie (Auswahl)
LandRegelungBefristung / Stand
Nordrhein-WestfalenLand übernimmt 100 % des zulässigen Schulgelds an geförderten Schulen; kein Rechtsanspruch, Förderung im Rahmen verfügbarer Mittel [9]Neue Förderrichtlinie gültig vom 01.01.2027 bis 31.12.2031 [9]
Bayern„Gesundheitsbonus“ für Schulen, die kein Schulgeld erheben; Teilnahme für Ersatzschulen freiwillig [7]seit 2019; Stand Februar 2024 [7]
HessenÜbernahme der Schulgebühr, begrenzt auf die Höhe vom 01.08.2019 mit festgelegter Steigerung [7]befristet bis 31.12.2027 (Stand Februar 2024) [7]
Baden-WürttembergÖffentliche Schulen schulgeldfrei; private Ersatzschulen erhalten einen Zuschuss von höchstens 40 € je Schülerin oder Schüler und Monat, der an die Auszubildenden weiterzugeben ist – Schulgeld bleibt möglich [7, 10]Verwaltungsvorschrift tritt am 31.12.2026 außer Kraft [10]

Ob an einer bestimmten Schule Schulgeld anfällt, hängt vom Träger und von der Teilnahme am Landesprogramm ab. Lassen Sie sich die Kosten vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen und fragen Sie bei Befristungen nach der Regelung für spätere Ausbildungsjahre.

Ausbildungsvergütung

Das MPhG sieht – anders als das Berufsbildungsgesetz oder das Pflegeberufegesetz – keinen Anspruch auf Ausbildungsvergütung vor. [1] Schulische Ausbildungen werden daher in der Regel nicht vergütet. An Schulen von Krankenhäusern, die unter einen Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes fallen, nennt die Bundesagentur für Arbeit monatlich 1.365 € im ersten, 1.425 € im zweiten und 1.522 € im dritten Ausbildungsjahr (brutto). [11] Tarifliche Ausbildungsentgelte gibt es seit 2019 an kommunalen Krankenhäusern und Universitätskliniken sowie seit Oktober 2019 an Krankenhäusern evangelischer Träger. [8]

Physiotherapie studieren

Von 2009 bis Ende 2024 erprobten die Länder die hochschulische Erstausbildung über eine Modellklausel; Modellvorhaben bestanden laut einem Bericht von 2021 an 13 Hochschulen. Mit dem Pflegestudiumstärkungsgesetz vom 12.12.2023 wurde die befristete Klausel durch eine unbefristete Regelung ersetzt. [3, 8] Seither können die Länder bestimmen, dass die Ausbildung an Hochschulen stattfindet; die staatliche Prüfung bleibt Pflicht, kann aber modularisiert und teilweise durch Modulprüfungen ersetzt werden (§ 18a MPhG). [1] Angeboten werden primärqualifizierende Bachelorstudiengänge (7 bis 8 Semester), ausbildungsintegrierende Studiengänge in Kooperation mit einer Berufsfachschule (7 bis 9 Semester) und berufsbegleitende Bachelorstudiengänge für bereits ausgebildete Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. An staatlichen Hochschulen fallen keine Studiengebühren an, private Hochschulen verlangen teils erhebliche Gebühren. [8]

Reform der Physiotherapieausbildung: Stand Oktober 2026

Das MPhG von 1994 gilt unverändert fort. Ein Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums für ein Physiotherapieberufereformgesetz (Bearbeitungsstand 21.12.2023) sah eine Teilakademisierung vor – fachschulische und hochschulische Ausbildung nebeneinander –, eine verpflichtende Ausbildungsvergütung, die Nichtigkeit von Schulgeldvereinbarungen und perspektivisch einen Direktzugang für akademisch Qualifizierte. [4] Der Entwurf wurde in der vergangenen Legislaturperiode nicht vom Kabinett beschlossen; Ende 2024 befand er sich laut Bundesregierung „seit längerer Zeit“ in der Abstimmung. [3] Der Koalitionsvertrag von 2025 kündigt eine zügige Reform der Berufsgesetze an und schließt eine ausschließliche Vollakademisierung aus. [5] Als offen gilt vor allem die Finanzierung zwischen Bund und Ländern. [6] Ein neuer Referenten- oder Kabinettsentwurf war bis Redaktionsschluss (22.10.2026) nicht veröffentlicht. Bis zu einer Neuregelung gelten Ausbildung, Prüfung und Zugang wie oben beschrieben.

Gehalt

Gehalt und Verdienstmöglichkeiten

Kliniken zahlen häufig nach Tarif, Praxen orientieren sich an den GKV-Preisen; der Entgeltatlas zeigt das tatsächliche mittlere Entgelt.

3.452 €
Median laut BA
brutto im Monat, Vollzeit, inkl. Sonderzahlungen, Stichtag 31.12.2025
2.928–4.062 €
Mittlere Hälfte
unteres bis oberes Quartil, Vollzeit, Ende 2025
29,63 €
GKV-Preis Krankengymnastik
Einzelbehandlung, 15–25 Minuten, Praxisumsatz je Einheit ab 01.01.2026

Quellen: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit [24]; Vergütungsvereinbarung Physiotherapie ab 01.01.2026 [17]

Was die Statistik zeigt

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit lag das mittlere Bruttomonatsentgelt (Median) in der Physiotherapie in Vollzeit zum 31.12.2025 bei 3.452 €. Ein Viertel verdiente weniger als 2.928 €, ein Viertel mehr als 4.062 €. Grundlage sind 62.793 sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte ohne Auszubildende; Sonderzahlungen sind anteilig enthalten. [24] Ausgewertet wurde die Berufsgattung 81713 „Physiotherapie – Spezialist“ der Klassifikation der Berufe, der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie Krankengymnastinnen und Krankengymnasten zugeordnet sind. [26] Zum Vergleich: Über alle Berufe lag der Median bei 4.217 €, bei Medizinischen Fachangestellten bei 3.329 €. [25, 24]

Angestellt in Klinik und Reha

In Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen öffentlicher, kirchlicher oder privater Träger richtet sich das Gehalt häufig nach Tarifverträgen (etwa TVöD, TV-L, kirchliche Arbeitsvertragsrichtlinien oder Haustarife). Die Entgeltgruppe ergibt sich aus den Tätigkeitsmerkmalen der jeweiligen Entgeltordnung; Aufgaben wie Leitung oder besonders schwierige Tätigkeiten können zu einer höheren Eingruppierung führen. Maßgeblich ist, was im Arbeitsvertrag vereinbart ist – fragen Sie bei Bewerbungen nach Tarifbindung, Entgeltgruppe und Stufe.

Angestellt in der Praxis

In Praxen wird das Gehalt in der Regel individuell vereinbart. Wirtschaftliche Grundlage sind die Preise, die der GKV-Spitzenverband mit den Berufsverbänden vereinbart. Zum 1. Januar 2026 stiegen sie um 2,49 Prozent. [21] Der Vertrag sieht vor, dass Praxisinhaberinnen und -inhaber vereinbarte Vergütungsanhebungen, soweit möglich, in angemessener Höhe an angestellte Therapeutinnen und Therapeuten weitergeben sollen – ein Anspruch auf eine bestimmte Gehaltshöhe folgt daraus nicht. [16]

GKV-Vergütung je Behandlungseinheit für ausgewählte Leistungen ab 01.01.2026 (bundesweit)
LeistungRegelbehandlungszeitPreis
Krankengymnastik, Einzelbehandlung15–25 Min.29,63 €
Manuelle Therapie (Zertifikat)15–25 Min.35,59 €
KG-ZNS Bobath, Vojta oder PNF, Erwachsene (Zertifikat)25–35 Min.47,06 €
KG-ZNS Bobath oder Vojta, Kinder (Zertifikat)30–45 Min.58,83 €
Manuelle Lymphdrainage, Großbehandlung (Zertifikat)45 Min.53,94 €
KG am Gerät, parallel bis drei Personen (Zertifikat)60 Min.55,81 €
Klassische Massagetherapie15–20 Min.21,63 €

Preise inklusive der Zuzahlung der Versicherten; die Vereinbarung ist frühestens zum 31.12.2026 kündbar. Quelle: Anlage 2 zum Vertrag nach § 125 Abs. 1 SGB V [17]

Statistik, Preise und Gehalt unterscheiden sich

Die GKV-Preise sind Umsätze der Praxis je Behandlungseinheit, aus denen Personal, Räume, Verwaltung und Ausfallzeiten bezahlt werden – sie sind kein Stundenlohn. Der Entgeltatlas bildet dagegen tatsächlich gezahlte Bruttoentgelte aller Vollzeitbeschäftigten ab, unabhängig von Arbeitgeber und Region. Ab 2027 sind Vergütungssteigerungen in der Heilmittelversorgung durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wieder an die Grundlohnsumme gebunden und für 2027 bis 2029 zusätzlich um einen Prozentpunkt begrenzt. [22]

Was das Gehalt beeinflusst

  • Zertifikate: Manuelle Therapie, KG-ZNS oder Lymphdrainage werden höher vergütet als allgemeine Krankengymnastik und sind bei Arbeitgebern gefragt [17]
  • Arbeitgeber und Tarif: Klinik mit Tarifvertrag, Reha-Einrichtung oder Praxis
  • Region: Die GKV-Preise gelten seit dem Bundesvertrag von 2021 bundesweit einheitlich, Gehälter und Lebenshaltungskosten nicht [16, 17]
  • Arbeitszeit: Teilzeit ist verbreitet, das Entgelt sinkt anteilig
  • Verantwortung: fachliche Leitung, Praxisleitung oder Selbstständigkeit mit eigener Kassenzulassung

Weiterbildung

Karriere und Weiterbildung

Zertifikatsweiterbildungen erweitern das abrechenbare Leistungsspektrum; Studium, Leitung und eigene Praxis sind weitere Wege.

Zertifikatspositionen und ihre Abrechnungsrelevanz

Bestimmte Heilmittel dürfen zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung nur von Therapeutinnen und Therapeuten erbracht werden, die eine Weiterbildung nach Anlage 7 des Bundesvertrags absolviert haben. Abgerechnet werden darf erst, nachdem die zuständige Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen eine Abrechnungsbefugnis erteilt hat; sie gilt personenbezogen. [16, 20] Zum 1. Juni 2026 haben GKV-Spitzenverband und Berufsverbände die Regeln für KG-Gerät, Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE, bisher MLD) und Manuelle Therapie neu gefasst; für KG-ZNS gelten bis zu einer Neuregelung die bisherigen Anforderungen. [19]

Zertifikatsweiterbildungen in der Physiotherapie (Mindestumfang in Unterrichtseinheiten à 45 Minuten)
WeiterbildungInhalt und VoraussetzungenUmfang
Manuelle Therapie (MT)Untersuchung und Behandlung von Gelenk-, Muskel- und Nervenfunktionsstörungen an Wirbelsäule und Extremitäten; Prüfung frühestens nach zwei Jahren, keine Berufserfahrung gefordert260 UE
KPE/Manuelle LymphdrainageEntstauungstherapie bei Lymph- und Lipödemen; schriftliche und praktische Prüfung140 UE (neu), bisher 170 UE
KG-Gerät (KGG)Gerätegestützte Krankengymnastik; Beginn schon im 3. Ausbildungsjahr bzw. in den letzten zwei Studiensemestern möglich40 UE
KG-ZNS Erwachsene (Bobath, Vojta, PNF)Neurophysiologische Behandlung bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems; ein bis zwei Jahre Berufserfahrung120 UE
KG-ZNS Kinder (Bobath, Vojta)Behandlung von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre; zwei Jahre Berufserfahrung, bei Bobath davon ein Jahr mit Kindern300 UE

Quellen: Anlage 7 in der Fassung vom 13.04.2026 [19] und vom 21.07.2021 (KG-ZNS) [20]

Was rechtlich zählt

Die neue Anlage 7 gilt seit dem 1. Juni 2026 und ist spätestens ab dem 1. Juni 2027 verbindlich. Bereits erworbene Zertifikate und Abrechnungserlaubnisse bleiben gültig; Weiterbildungen, die vor dem 1. Juni 2027 nach den alten Regeln beginnen, werden anerkannt, wenn sie bis zum 31. Mai 2031 abgeschlossen sind. [19] Achten Sie bei der Kurswahl darauf, dass der Anbieter ein von den Krankenkassen anerkanntes Curriculum verwendet. Andere Fortbildungen, etwa in der Sportphysiotherapie, können fachlich wertvoll sein, sind aber keine Zertifikatspositionen nach Anlage 7. Nach Angaben der Bundesregierung sollen die Zertifikatsinhalte mit der Reform in die Ausbildung integriert werden; umgesetzt ist das bislang nicht. [3]

Sektorale Heilpraktikererlaubnis

Wer Patientinnen und Patienten ohne ärztliche Verordnung behandeln möchte, kann bei der zuständigen Gesundheitsbehörde eine auf die Physiotherapie beschränkte Heilpraktikererlaubnis beantragen. Nach dem Bundesverwaltungsgericht ist dafür eine eingeschränkte Kenntnisüberprüfung nötig, die sich auf Abgrenzung zur ärztlichen Tätigkeit, diagnostische Fähigkeiten für die einschlägigen Krankheitsbilder sowie Berufs- und Gesetzeskunde bezieht – nicht auf die physiotherapeutischen Methoden selbst. [23] Die Behandlungen werden dann nicht als verordnetes Heilmittel über die GKV abgerechnet.

Studium und akademische Wege

Bereits ausgebildete Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten können berufsbegleitend einen Bachelor erwerben und anschließend einen zwei- bis viersemestrigen Master anschließen, der zur Promotion qualifiziert. [8] Für Lehre und Forschung wird in der Regel ein akademischer Abschluss erwartet.

Leitung und Selbstständigkeit

Mit Erfahrung übernehmen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten die fachliche Leitung einer Abteilung oder Praxis, Ausbildungsaufgaben oder Lehrtätigkeiten an Berufsfachschulen. Für eine eigene Praxis mit Kassenzulassung verlangt § 124 SGB V die Berufserlaubnis (oder einen vergleichbaren akademischen Abschluss), eine zweckmäßige Praxisausstattung und die Anerkennung der Bundesverträge; über die Zulassung entscheidet eine Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände der Krankenkassen und der Ersatzkassen mit Wirkung für alle Kassen. [13] Die Zulassungsvoraussetzungen verlangen unter anderem mindestens 23 m² Therapiefläche mit einem Behandlungsbereich von 15 m² und einem von 8 m², eine lichte Raumhöhe von 2,40 m und eine Grundausstattung mit zwei höhenverstellbaren Behandlungsliegen; eine Mindestberufserfahrung ist nicht vorgeschrieben. [18] Zertifikatsleistungen können nur abgerechnet werden, wenn in der Praxis entsprechend qualifizierte Therapeutinnen und Therapeuten mit Abrechnungsbefugnis arbeiten. [16]

Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt und Jobchancen

Die Physiotherapie gehört zu den Berufen mit dem deutlichsten Fachkräfteengpass.

2,8
Engpass-Punktwert
von max. 3,0; ab 2,0 Engpassberuf; Spezialistenebene, Engpassanalyse 2025
208.000
Physiotherapeutinnen und -therapeuten
Beschäftigte insgesamt, Gesundheitspersonalrechnung 2023
22.328
Schülerinnen und Schüler
an Physiotherapieschulen, Schuljahr 2023/24

Quellen: Fachkräfteengpassanalyse 2025 der BA [27]; PHYSIO-DEUTSCHLAND nach Daten des Statistischen Bundesamts [28]

Engpassberuf mit hohem Punktwert

In der Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit (veröffentlicht im Mai 2026) erreichen die Berufe in der Physiotherapie auf dem Anforderungsniveau Spezialist einen Gesamtwert von 2,8 von 3 Punkten und zählen damit zu den zehn Spezialistenberufen mit den deutlichsten Engpässen. Insgesamt weist die Analyse 157 Engpassberufe aus. [27] Die Arbeitslosigkeit ist gering: Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 2.159 Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten arbeitslos gemeldet. [28] Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das gute Chancen und Verhandlungsspielraum – besonders mit gefragten Zertifikaten.

Wo Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten arbeiten

Die Gesundheitspersonalrechnung weist für 2023 rund 208.000 Beschäftigte aus, entsprechend etwa 145.000 Vollzeitstellen. Rund 166.000 arbeiteten in ambulanten Einrichtungen, vor allem Praxen, rund 20.000 in Krankenhäusern und rund 11.000 in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen. 2024 waren rund 169.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigt. [28] Der Unterschied zwischen Beschäftigten und Vollzeitäquivalenten zeigt den hohen Teilzeitanteil; hinzu kommen Selbstständige mit eigener Praxis.

Nachwuchs

Im Schuljahr 2023/24 lernten 22.328 Schülerinnen und Schüler an Physiotherapieschulen, deutlich weniger als zum Höchststand von 25.799 im Schuljahr 2005/06. Abgeschlossen haben 2023/24 insgesamt 5.259 Personen. Die Zahl der Schulen sank von 274 im Jahr 2012 auf 254 im Jahr 2022. [28] Wie viele Personen derzeit eine hochschulische Erstausbildung absolvieren, ist nach Angaben der Bundesregierung nicht statistisch erfasst. [3]

Entwicklungen

  • Mehr Therapieverantwortung: Die Blankoverordnung für Schultererkrankungen gibt Praxen seit November 2024 die Entscheidung über Heilmittel, Menge und Frequenz. Die zusätzliche Pauschale für diese Versorgungsverantwortung ist für Behandlungen ab dem 30. Juli 2026 entfallen. [15, 14]
  • Vergütung unter Kostendruck: Ab 2027 sind Preissteigerungen wieder an die Grundlohnsumme gebunden. [22]
  • Direktzugang: Bundesgesundheitsministerin Warken hat einen Direktzugang zur Physiotherapie im geplanten Primärversorgungssystem in Aussicht gestellt; ein Gesetzentwurf liegt dazu nicht vor. [6]
  • Berufsgesetz: Reform mit Teilakademisierung angekündigt, Zeitplan und Finanzierung offen (siehe Ausbildung). [5, 6]

Eignung

Für wen eignet sich der Beruf?

Gefragt sind Freude an Bewegung, körperliche Belastbarkeit und die Fähigkeit, Menschen anzuleiten.

Interessen

  • Anatomie, Bewegung und Funktion des Körpers
  • Arbeit mit Menschen aller Altersgruppen
  • Sport, Training und Prävention

Fähigkeiten im Alltag

  • Körperliche Belastbarkeit und gutes Körpergefühl
  • Genaue Beobachtung und strukturiertes Vorgehen bei Befund und Therapie
  • Motivieren, Anleiten und klares Erklären
  • Geduld bei langsamen Fortschritten

Realistisch zu erwarten

  • Eng getaktete Termine und Dokumentation
  • Je nach Land Schulgeld und meist keine Ausbildungsvergütung
  • Gehaltssprünge vor allem über Zertifikate, Leitung oder Selbstständigkeit
  • Sehr gute Stellenchancen

Ein Praktikum in einer Physiotherapiepraxis oder Klinik zeigt, ob die Kombination aus Körperarbeit, Anleitung und Dokumentation passt. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit unterstützt kostenfrei bei der Berufswahl.

Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit

Zugang und Anerkennung

Zugang, Anerkennung und beruflicher Wechsel

Der Weg in den Beruf führt immer über die staatliche Prüfung oder die Anerkennung eines gleichwertigen Abschlusses.

Einstieg über die Ausbildung
Der reguläre Weg ist die dreijährige Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule oder ein Studium nach § 18a MPhG, jeweils mit staatlicher Prüfung und anschließender Erlaubnis. Bewerbungen richten sich direkt an die Schulen bzw. Hochschulen. [1]
Quereinstieg mit Vorqualifikation
Einen Quereinstieg ohne Ausbildung gibt es nicht, da die Berufsbezeichnung erlaubnispflichtig ist. Masseurinnen und Masseure sowie Turn-, Sport- und Gymnastiklehrkräfte können ihre Ausbildung jedoch verkürzen bzw. anrechnen lassen. [1]
Umschulung
Eine Umschulung ist als reguläre Ausbildung an einer Berufsfachschule möglich. Ob die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter sie fördert, klärt die Beratung vor Ort; mit dreijähriger Dauer und möglichem Schulgeld ist die Finanzierung vorab zu prüfen. [11]
Ausländischer Abschluss
Die zuständige Landesbehörde prüft auf Antrag die Gleichwertigkeit. Bei wesentlichen Unterschieden ist ein gleichwertiger Kenntnisstand nachzuweisen: bei Abschlüssen aus Drittstaaten nach Wahl durch eine Kenntnisprüfung oder einen höchstens dreijährigen Anpassungslehrgang, bei Abschlüssen aus EU- und EWR-Staaten durch eine Eignungsprüfung oder einen Anpassungslehrgang. Zusätzlich sind ausreichende Deutschkenntnisse erforderlich. EU-Staatsangehörige können vorübergehend als Dienstleistende tätig werden; dies ist vorher zu melden. [1]

Anerkennungs-Finder „Anerkennung in Deutschland“

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Beruf

Kurz beantwortet – ausführlicher in den Abschnitten oben.

Wie lange dauert die Ausbildung zur Physiotherapeutin oder zum Physiotherapeuten?

Die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst mindestens 2.900 Stunden Unterricht an der Berufsfachschule sowie 1.600 Stunden praktische Ausbildung in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen. Sie endet mit der staatlichen Prüfung. Masseurinnen und Masseure können auf 18 bzw. 12 Monate verkürzen. [1, 2]

Welchen Schulabschluss braucht man für die Physiotherapie-Ausbildung?

Gesetzlich erforderlich ist ein mittlerer Schulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsstand, alternativ ein Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen, mindestens zweijährigen Berufsausbildung. Außerdem muss die gesundheitliche Eignung nachgewiesen werden. [1]

Kostet die Ausbildung Schulgeld und gibt es eine Ausbildungsvergütung?

Das hängt vom Bundesland und von der Schule ab. Viele Länder übernehmen das Schulgeld ganz oder teilweise, teils befristet; einen bundesweiten Anspruch auf Schulgeldfreiheit gibt es nicht. Eine Ausbildungsvergütung schreibt das MPhG nicht vor; an Schulen tarifgebundener Krankenhäuser des öffentlichen Dienstes wird sie gezahlt. [1, 8, 11]

Was verdient man als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut?

Der Median für Vollzeitbeschäftigte lag Ende 2025 laut Bundesagentur für Arbeit bei 3.452 € brutto im Monat; die mittlere Hälfte verdiente zwischen 2.928 € und 4.062 €. Höhere Gehälter sind vor allem mit Zertifikaten, Leitungsaufgaben oder in tarifgebundenen Kliniken möglich. [24]

Dürfen Physiotherapeuten ohne ärztliche Verordnung behandeln?

Zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung ist grundsätzlich eine Verordnung nötig. Bei der Blankoverordnung für Schultererkrankungen stellt die Ärztin oder der Arzt nur Diagnose und Indikation, über Heilmittel, Menge und Frequenz entscheidet die Praxis. Ohne Verordnung ist eine Behandlung nur mit einer auf die Physiotherapie beschränkten Heilpraktikererlaubnis zulässig. [16, 15, 23]

Welche Weiterbildungen sind für Physiotherapeuten wichtig?

Abrechnungsrelevant sind vor allem die Zertifikate Manuelle Therapie (260 Unterrichtseinheiten), KG-ZNS nach Bobath, Vojta oder PNF, Lymphdrainage bzw. KPE und KG-Gerät. Ohne anerkanntes Zertifikat und Abrechnungsbefugnis dürfen diese Leistungen nicht zulasten der GKV erbracht werden. [16, 19, 20]

Kann man Physiotherapie studieren?

Ja. Seit Ende 2023 können die Länder die Ausbildung dauerhaft an Hochschulen ansiedeln; daneben gibt es ausbildungsintegrierende und berufsbegleitende Bachelorstudiengänge sowie Masterstudiengänge. Auch im Studium ist die staatliche Prüfung Voraussetzung für die Berufserlaubnis. [1, 3, 8]

Wird ein ausländischer Abschluss in der Physiotherapie anerkannt?

Die zuständige Landesbehörde prüft auf Antrag die Gleichwertigkeit. Fehlt sie, können Unterschiede je nach Herkunft durch Kenntnis- oder Eignungsprüfung oder einen Anpassungslehrgang ausgeglichen werden; ausreichende Deutschkenntnisse sind zusätzlich erforderlich. [1]

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Quellen

Stand aller Angaben: 22. Oktober 2026. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Rechtsvorschriften, Tarifverträge und Regelungen der zuständigen Stellen.

28 Quellen
  1. Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie (Masseur- und Physiotherapeutengesetz – MPhG) vom 26.05.1994, zuletzt geändert durch Art. 8z3 des Gesetzes vom 12.12.2023 (BGBl. 2023 I Nr. 359), insbesondere §§ 1, 2, 8–10, 12, 13a, 15 und 18a. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  2. Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten (PhysTh-APrV) vom 06.12.1994, zuletzt geändert durch Art. 10 der Verordnung vom 07.06.2023 (BGBl. 2023 I Nr. 148). Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  3. Antwort der Bundesregierung: Novellierung des Masseur- und Physiotherapeutengesetzes (Drucksache 20/14431). Deutscher Bundestag, 23.12.2024, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  4. Physiotherapie soll weiterentwickelt werden (Bericht zum Referentenentwurf eines Physiotherapieberufereformgesetzes). Deutsches Ärzteblatt, 14.02.2024, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  5. Aktuelles: Koalitionsvertrag 2025 und Positionspapier zur Reform der Berufsgesetze. Bündnis Therapieberufe an die Hochschulen, Meldungen vom 07.05.2025 und 27.10.2025, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  6. physiotherapie – Verbandszeitschrift des IFK, Ausgabe 3/2026 (Berichte zu Berufsgesetz, Direktzugang und GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz). Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e.V., Mai 2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  7. Schulgeldfreiheit in den Bundesländern (Übersicht). Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V. / PHYSIO-DEUTSCHLAND, Stand Februar 2024, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  8. Physiotherapeut werden: Ausbildung und Studium. Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e.V., Schulgeld-Übersicht Stand Januar 2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  9. Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen (Förderrichtlinie Gesundheitsfachberufe), RdErl. vom 27.07.2026 (MB. NRW. 2026 Nr. 209), gültig 01.01.2027 bis 31.12.2031. Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, recht.nrw.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  10. Schulgeldreduzierung Gesundheitsfachberufe (VwVSchulRed 2023) vom 11.05.2023, außer Kraft am 31.12.2026. Förderdatenbank des Bundes, Programm des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  11. Steckbrief Physiotherapeut/in (BERUFENET). Bundesagentur für Arbeit, Stand 03.08.2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  12. Heilmittel-Richtlinie (HeilM-RL): Richtlinie über die Verordnung von Heilmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung, zuletzt geändert am 15.05.2025, in Kraft seit 05.08.2025. Gemeinsamer Bundesausschuss, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  13. Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V), § 124 Zulassung. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  14. Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V), § 125a Heilmittelversorgung mit erweiterter Versorgungsverantwortung. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, Fassung nach dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  15. PraxisInfo Heilmittel: Blankoverordnung in der Physio- und Ergotherapie. Kassenärztliche Bundesvereinigung, Stand Oktober 2024, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  16. Vertrag nach § 125 Absatz 1 SGB V für Physiotherapie (Lesefassung nach der Ergänzungsvereinbarung vom 04.04.2022), insbesondere §§ 2, 6 und 16. GKV-Spitzenverband und Spitzenorganisationen der Physiotherapie (IFK, ZVK, VDB, VPT), abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  17. Anlage 2 zum Vertrag nach § 125 Abs. 1 SGB V: Vergütungsvereinbarung Physiotherapie, gültig für Behandlungen ab 01.01.2026. GKV-Spitzenverband, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  18. Anlage 5 zum Vertrag nach § 125 Abs. 1 SGB V: Zulassungsvoraussetzungen Physiotherapie. GKV-Spitzenverband, Fassung 21.07.2021, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  19. Anlage 7 zum Vertrag nach § 125 Abs. 1 SGB V: Weiterbildung (KG-Gerät, KPE/MLD, Manuelle Therapie), Fassung vom 13.04.2026, in Kraft seit 01.06.2026. GKV-Spitzenverband, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  20. Anlage 7 zum Vertrag nach § 125 Abs. 1 SGB V: Weiterbildung, Fassung vom 21.07.2021 (für KG-ZNS weiter maßgeblich). GKV-Spitzenverband, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  21. Vergütungsverhandlungen: Vergütung steigt um 2,49 Prozent. Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e.V., 24.11.2025, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  22. „Notbremse“ GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen: Hoffnung auf nachhaltige Strukturreformen bleibt. Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten – IFK e.V., Juli 2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  23. Urteil vom 26.08.2009, Az. 3 C 19.08 (auf die Physiotherapie beschränkte Heilpraktikererlaubnis). Bundesverwaltungsgericht, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  24. Entgeltatlas. Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12.2025, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  25. Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt – Analyse zur Entgeltstatistik. Bundesagentur für Arbeit, Statistik, Oktober 2026 (Stichtag 31.12.2025), abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  26. Datenportal: Physiotherapie – Spezialist (KldB 2010: 81713). Bundesinstitut für Berufsbildung, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  27. Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt), Tabelle 8. Bundesagentur für Arbeit, Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung, Mai 2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  28. Zahlen, Daten, Fakten zur Physiotherapie (u. a. Gesundheitspersonalrechnung und Schulstatistik des Statistischen Bundesamts, Arbeitslosenstatistik der BA). Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V. / PHYSIO-DEUTSCHLAND, Stand 2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle

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