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Berufsprofil · Ärzte

Fachärztin / Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Weiterbildung, D-Arzt, Gehalt.

Fachärztinnen und Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (O&U) behandeln Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparats konservativ und operativ – in Unfallchirurgie, Endoprothetik, Praxis oder als Durchgangsarzt. Die Weiterbildung im Gebiet Chirurgie dauert nach der Approbation mindestens 72 Monate und endet mit einer Prüfung vor der Landesärztekammer.

Weiterbildung
72 MonateMindestdauer nach MWBO 2018
Zugang
Approbationoder ärztliche Berufserlaubnis
Abschluss
Prüfung vor der ÄrztekammerFacharztbezeichnung O&U
Tarif Facharzt
7.552–9.699 €brutto im Monat, TV-Ärzte/VKA, ab 06/2026
Mittleres Entgelt
über 8.050 €Median Fachärzte Chirurgie, Ende 2025
Arbeitsmarkt
EngpassberufFachärzte Chirurgie, BA-Analyse 2025

Stand: 22. Oktober 2026 · alle Angaben mit Quellen

Röntgenbild von Knie und Unterschenkel mit Marknagel nach Fraktur, gegen das Licht gehalten

Überblick

Der Beruf im Überblick

Orthopädie und Unfallchirurgie ist die größte Facharztkompetenz im Gebiet Chirurgie und verbindet konservative Orthopädie mit Traumatologie.

Fachärztinnen und Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (O&U) behandeln Erkrankungen, Verletzungen und Verletzungsfolgen der Stütz- und Bewegungsorgane – konservativ und operativ, von der Akutversorgung bis zur Rehabilitation. Die Facharztkompetenz gehört zum Gebiet Chirurgie. Dieses umfasst nach der Gebietsdefinition die Vorbeugung, Erkennung, konservative und operative Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation chirurgischer Erkrankungen, Verletzungen und Verletzungsfolgen sowie angeborener und erworbener Formveränderungen, unter anderem der Stütz- und Bewegungsorgane. [3]

Allgemeine Fragen der Facharztweiterbildung – Weiterbildungsbefugnis, eLogbuch, Prüfungsablauf, Teilzeit und befristete Verträge – beschreibt das Berufsprofil Fachärztin / Facharzt; Studium und Approbation das Profil Ärztin / Arzt. Diese Seite behandelt, was für O&U und das Gebiet Chirurgie spezifisch ist.

Das Gebiet Chirurgie: acht Facharztkompetenzen

Die (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018 (MWBO) der Bundesärztekammer gliedert das Gebiet Chirurgie in acht Facharztkompetenzen. Orthopädie und Unfallchirurgie ist die einzige davon, zu der drei Schwerpunkte gehören; daneben gibt es den Schwerpunkt Spezielle Viszeralchirurgie. [1]

Facharztkompetenzen und Schwerpunkte im Gebiet Chirurgie (MWBO 2018)
FacharztkompetenzSchwerpunkte
Allgemeinchirurgie–
Gefäßchirurgie–
Herzchirurgie–
Kinder- und Jugendchirurgie–
Orthopädie und UnfallchirurgieOrthopädische Rheumatologie, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Spezielle Unfallchirurgie
Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie–
Thoraxchirurgie–
ViszeralchirurgieSpezielle Viszeralchirurgie

Quelle: MWBO 2018, Fassung 03.07.2026, Inhaltsverzeichnis Abschnitt B [1]. Rechtsverbindlich ist die Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer. [2]

O&U ist die mit Abstand größte Gruppe im Gebiet: Ende 2025 waren 15.910 Ärztinnen und Ärzte mit dieser Facharztbezeichnung berufstätig, bei 42.477 Berufstätigen im Gebiet Chirurgie insgesamt. Hinzu kommen Bezeichnungen nach älterem Weiterbildungsrecht, etwa 4.159 berufstätige Fachärztinnen und Fachärzte für Orthopädie und 1.567 mit dem Schwerpunkt Unfallchirurgie. [22]

Typische Einsatzorte

  • Kliniken für Unfallchirurgie, Orthopädie oder Orthopädie und Unfallchirurgie in Akutkrankenhäusern und Universitätskliniken
  • Traumazentren und an den stationären Heilverfahren der gesetzlichen Unfallversicherung beteiligte Krankenhäuser, darunter BG Kliniken [11, 12]
  • Orthopädische Fachkliniken und Endoprothetikzentren [13]
  • Eigene Praxis, Berufsausübungsgemeinschaft, Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), häufig mit Durchgangsarzt-Zulassung [9]
  • Rehabilitationskliniken, Begutachtung, Sportmedizin und Betreuung von Vereinen

Was den Beruf ausmacht

Konservativ und operativ

Die Weiterbildung verlangt neben Osteosynthesen, Arthroskopien und Endoprothetik ausdrücklich konservative Therapie, physikalische Therapie, Hilfsmittelversorgung und die Grundlagen der Manualmedizin. [3]

Akutmedizin und Planbarkeit

Notfallversorgung, Schockraum und Polytrauma-Management stehen neben elektiven Eingriffen wie dem Gelenkersatz. [3]

Alle Altersgruppen

Das Spektrum reicht von der Hüftsonographie bei Säuglingen über Deformitäten im Kindes- und Jugendalter und Sportverletzungen bis zu degenerativen Erkrankungen im Alter. [3]

Sozialversicherung im Blick

Arbeits- und Wegeunfälle werden über das Durchgangsarztverfahren der gesetzlichen Unfallversicherung gesteuert – ein Arbeitsfeld, das in erster Linie O&U-Fachärztinnen und -Fachärzten offensteht; für Kinderchirurginnen und Kinderchirurgen gibt es eigene Anforderungen. [9, 10]

Aufgaben

Aufgaben und Arbeitsalltag

Zwischen Schockraum, OP-Saal, Sprechstunde und Gutachten: Der Alltag hängt stark vom Einsatzbereich ab.

Diagnostik und konservative Therapie

  • Klinische Untersuchung des Bewegungsapparats, Indikation und Befundung von Röntgen, CT, MRT und Osteodensitometrie
  • Sonographie der Gelenke und Weichteile, Säuglingshüfte nach Graf
  • Injektionen und Punktionen an Gelenken und Wirbelsäule
  • Konservative Frakturbehandlung, Reposition, Ruhigstellung mit Gips und Orthesen
  • Verordnung von Heil- und Hilfsmitteln wie Physiotherapie, Einlagen, Orthesen und Prothesen

Operative Versorgung und Traumatologie

  • Osteosynthesen mit Platte, Marknagel, Fixateur externe oder Zuggurtung
  • Arthroskopische Eingriffe, vor allem an Knie und Schulter
  • Gelenkersatz an Hüfte und Knie, Implantatentfernungen
  • Weichteil-, Sehnen- und Nerveneingriffe, Infektionschirurgie
  • Schockraum- und Polytraumaversorgung, Notfall- und Intensivmedizin

Quelle: Weiterbildungsinhalte nach dem fachlich empfohlenen Weiterbildungsplan O&U der Bundesärztekammer [3]

Arbeitszeit und Dienste

In Kliniken mit Notaufnahme und Unfallchirurgie gehören Bereitschafts- und Rufdienste zum Alltag; schwer verletzte Patientinnen und Patienten kommen rund um die Uhr. Die Tarifverträge mit dem Marburger Bund regeln Dienstformen und deren Vergütung gesondert. [16] Wer als Durchgangsärztin oder Durchgangsarzt beteiligt ist, muss eine durchgangsärztliche Verfügbarkeit mindestens montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr sicherstellen, Vertretungsregelungen sind möglich. [10] Elektive Orthopädie und Praxistätigkeit sind dagegen planbarer.

Zusammenarbeit

Im OP arbeiten O&U-Fachärztinnen und -Fachärzte mit Operationstechnischen Assistentinnen und Assistenten (OTA), der Fachpflege im Operationsdienst sowie der Anästhesie mit ATA zusammen. Nach der Operation übernehmen Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten einen großen Teil der funktionellen Behandlung; Orthesen, Prothesen und Bandagen fertigen Orthopädietechnik-Mechanikerinnen und -Mechaniker. In der Notfallversorgung ist die Schnittstelle zu Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitätern und zur Anästhesie zentral.

Unterschiede nach Einsatzbereich

Unfallchirurgie in Traumazentren
Schockraum, Polytrauma, Frakturversorgung, Becken- und Wirbelsäulenverletzungen; Einbindung in regionale Traumanetzwerke und die stationären Heilverfahren der Unfallversicherung. [11, 12]
Elektive Orthopädie und Endoprothetik
Planbare Eingriffe an Hüfte, Knie, Schulter, Fuß und Wirbelsäule; in zertifizierten Endoprothetikzentren mit festgelegten Qualitätsanforderungen. [13]
Praxis und MVZ
Konservative Orthopädie, Sonographie, Injektionstherapie, Hilfsmittelversorgung, ambulante Operationen; mit D-Arzt-Beteiligung zusätzlich die Erstversorgung von Arbeits- und Wegeunfällen. [9]
Rehabilitation und Begutachtung
Nachbehandlung, Teilhabe und Gutachten, etwa für Unfallversicherungsträger; Gutachtenerstellung ist bereits Teil der Facharztweiterbildung. [3, 10]

Verantwortung und Belastungen

Entscheidungen über Operationsindikation, Implantatwahl und Belastbarkeit haben langfristige Folgen für die Mobilität der Patientinnen und Patienten. Hinzu kommen körperlich fordernde, teils lange Eingriffe im Stehen, Strahlenschutz bei intraoperativer Durchleuchtung – Strahlenbiologie und Strahlenschutz sind Weiterbildungsinhalt – und Nacht- und Wochenenddienste in der Akutversorgung. [3]

Facharztweiterbildung

Die Weiterbildung zur Fachärztin oder zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Mindestens 72 Monate nach der Approbation, mit Pflichtabschnitten in Notfallaufnahme und Intensivmedizin und abgeschlossen mit einer Prüfung vor der Ärztekammer.

Rechtsgrundlage
Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer; Muster ist die MWBO 2018 der Bundesärztekammer in der Fassung vom 03.07.2026, die nur empfehlenden Charakter hat. [1, 2]
Voraussetzung
Approbation als Ärztin oder Arzt oder Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufs. [1]
Dauer
Mindestens 72 Monate unter Befugnis an Weiterbildungsstätten, davon 48 Monate in Orthopädie und Unfallchirurgie, 6 Monate in der Notfallaufnahme und 6 Monate in der Intensivmedizin; bis zu 12 Monate können zum Kompetenzerwerb in anderen Gebieten abgeleistet werden. [3]
Form
Grundsätzlich hauptberuflich und in angemessen vergüteter ärztlicher Tätigkeit; Teilzeit ist möglich und verlängert die Weiterbildung entsprechend. [1]
Dokumentation
Kontinuierlich im eLogbuch, mit mindestens jährlichem Weiterbildungsgespräch. [1]
Abschluss
Facharztprüfung vor der Landesärztekammer, danach Anerkennung der Bezeichnung „Fachärztin/Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie“. [1]

Gemeinsame Inhalte im Gebiet Chirurgie (Common Trunk)

Eine zeitlich abgegrenzte „Basischirurgie“ als eigener Weiterbildungsabschnitt ist in der MWBO 2018 für O&U nicht vorgesehen. Stattdessen legt sie gemeinsame Inhalte der Facharzt-Weiterbildungen im Gebiet Chirurgie fest, die alle acht Facharztkompetenzen teilen, ergänzt um die Pflichtabschnitte in Notfallaufnahme und Intensivmedizin. [3] Auch die Allgemeinchirurgie sieht je 6 Monate Notfallaufnahme und Intensivmedizin vor, dazu je 18 Monate in Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Viszeralchirurgie. [4] Zu den gemeinsamen Inhalten gehören:

  • Rechtliche Grundlagen wie Patientenrechte, Transfusions- und Medizinprodukterecht, Vergütungssysteme und Leitlinien
  • Chirurgische Techniken, Naht- und Wundverschlusstechniken, perioperative Behandlung mit Lagerung, Desinfektion und Antibiotikaprophylaxe
  • Ruhigstellung und Verbände, Thromboseprophylaxe, Wundmanagement und Defektdeckung
  • Lokal- und Regionalanästhesie, Schmerztherapie, Injektionen und Punktionen
  • Notfall- und Intensivmedizin, darunter Reanimation, Polytrauma- und Schockraummanagement, Beatmung und Sepsistherapie
  • Zentralvenöse Zugänge (Richtzahl 20), arterielle Kanülierung und Thoraxdrainage

Quelle: Fachlich empfohlener Weiterbildungsplan O&U, Abschnitt „Gemeinsame Inhalte der Facharzt-Weiterbildungen im Gebiet Chirurgie“ [3]

Facharztspezifische Inhalte

Die MWBO beschreibt die Inhalte als Kognitive und Methodenkompetenz (Kenntnisse) und Handlungskompetenz (Erfahrungen und Fertigkeiten), teils mit Richtzahlen. Für O&U gehören zu den Kenntnissen unter anderem Biomechanik und Implantatversorgung, Frakturklassifikationen, Strahlenschutz, Deformitäten im Kindes- und Jugendalter, rheumatische Erkrankungen, muskuloskelettale Tumoren, Sportverletzungen und Hilfsmittelversorgung. [3]

Ausgewählte Richtzahlen der Facharztweiterbildung O&U (Auszug)
BereichRichtzahlBeispiele
Konservative Behandlung von Luxationen, Frakturen, Distorsionen200u. a. Radius, Sprunggelenk, Schulter, Knie, Hüfte
Therapeutische Arthroskopien60darunter Knie und Schulter
Osteosynthesen obere Extremität60Platte, Marknagel, Fixateur externe, Zuggurtung
Osteosynthesen untere Extremität60Platte, Marknagel, Fixateur externe, Zuggurtung
Primärendoprothesen40Hüfte und Knie
Implantatentfernungen50–
Management Schwer- und Mehrfachverletzter10Polytrauma mit ISS ab 16
Gutachten10wissenschaftlich begründete Gutachtenerstellung

Quelle: Fachlich empfohlener Weiterbildungsplan O&U der Bundesärztekammer, Stand 13./14.04.2023 [3]. Richtzahlen sind Orientierungswerte; maßgeblich sind die Weiterbildungsordnung und das eLogbuch der zuständigen Kammer.

Facharztprüfung

Zur Prüfung lässt die Ärztekammer zu, wer die Mindestzeit und die Inhalte mit Zeugnissen und Logbuch nachweist. Geprüft wird mündlich vor einem Ausschuss aus drei Ärztinnen oder Ärzten, von denen zwei die zu prüfende Bezeichnung führen; die Prüfung dauert mindestens 30 Minuten. [1] Den Ablauf im Einzelnen beschreibt das Profil Fachärztin / Facharzt.

Weiterbildungsordnung der eigenen Kammer prüfen

Die Landesärztekammern übernehmen die MWBO zeitversetzt und teils mit Abweichungen; auch Übergangsregelungen für Weiterbildungen nach älterem Recht legt jede Kammer selbst fest. [1, 2] Vor Beginn und bei einem Wechsel der Weiterbildungsstätte lohnt die Beratung durch die zuständige Kammer.

Gehalt

Gehalt und Verdienstmöglichkeiten

In Kliniken bestimmen die arztspezifischen Tarifverträge die Vergütung; Dienste machen in der Unfallchirurgie einen spürbaren Anteil aus.

5.722 €
In Weiterbildung, Einstieg
Entgeltgruppe I, Stufe 1, TV-Ärzte/VKA, brutto im Monat, ab 01.06.2026
7.552 €
Facharzt, Einstieg
Entgeltgruppe II, Stufe 1, TV-Ärzte/VKA, brutto im Monat, ab 01.06.2026
über 8.050 €
Median laut BA
Fachärzte in der Chirurgie (KldB 81434), Vollzeit, inkl. Sonderzahlungen, Stichtag 31.12.2025

Quellen: Vorläufige Entgelttabellen TV-Ärzte/VKA [17]; Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit [19]

Tarifverträge in Kliniken

Angestellte O&U-Fachärztinnen und -Fachärzte in Krankenhäusern werden in der Regel nach den arztspezifischen Tarifverträgen mit dem Marburger Bund vergütet – an kommunalen Kliniken nach dem TV-Ärzte/VKA, an Universitätskliniken nach dem TV-Ärzte/TdL. Ein fachgebietsbezogenes Gehalt gibt es nicht: Maßgeblich sind Funktion (Ärztin/Arzt in Weiterbildung, Fachärztin/Facharzt, Oberärztin/Oberarzt) und Berufsjahre. [16]

Monatliches Tabellenentgelt (brutto, 40-Stunden-Woche) nach Funktion
FunktionTV-Ärzte/VKA, 01.06. bis 31.12.2026TV-Ärzte/TdL, ab 01.04.2026
Ärztin/Arzt in Weiterbildung (Stufe 1 bis 6)5.722,05 € bis 7.355,29 €5.792,90 € bis 7.436,05 €
Fachärztin/Facharzt (Stufe 1 bis 6)7.552,19 € bis 9.698,91 €7.645,72 € bis 9.576,69 €
Oberärztin/Oberarzt9.459,56 € bis 10.810,95 €siehe Tariftabelle

Vorläufige Entgelttabellen des Marburger Bundes, jeweils vorbehaltlich der Redaktion. Quellen: VKA [17]; TdL [18]

Gerade in der Unfallchirurgie machen Dienste einen spürbaren Teil des Einkommens aus. In der Facharztgruppe des TV-Ärzte/VKA beträgt das Stundenentgelt für Bereitschaftsdienst seit 1. Juni 2026 je nach Stufe 43,83 € bis 46,64 €. [17] Für die Oberarztgruppe genügt der Facharzttitel nicht; ihr muss die medizinische Verantwortung für einen Teil- oder Funktionsbereich ausdrücklich übertragen sein. [16]

Was die Statistik zeigt

Im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit gehören O&U-Fachärztinnen und -Fachärzte zur Berufsgattung 81434 „Fachärzte in der Chirurgie – Experte“. [20] Für die rund 10.900 sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten dieser Gattung liegt bereits der Median über der Beitragsbemessungsgrenze von 8.050 € und wird deshalb nur als „über 8.050 €“ ausgewiesen; ein Viertel verdiente weniger als 7.753 € brutto im Monat (Stichtag 31.12.2025). [19] Zum Vergleich: Über alle Berufe lag der Median bei 4.217 €. [21]

Die Gattung umfasst alle chirurgischen Facharztkompetenzen. Nach dem Schlüsselverzeichnis der BA werden Assistenzärztinnen und -ärzte mit Fachangabe in der Regel derselben Gattung zugeordnet wie Fachärztinnen und Fachärzte ihres Fachs; der Wert mischt also Weiterbildung, Facharzt- und Oberarztfunktion. [25] Niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte erfasst der Entgeltatlas nicht, weil er nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte abbildet.

Tarif und Statistik unterscheiden sich

Die Tariftabellen zeigen Monatswerte ohne Dienstvergütungen und Zulagen. Der Entgeltatlas bildet alle Vollzeitbeschäftigten einer Berufsgattung unabhängig von Tarifbindung ab und rechnet Sonderzahlungen ein. [19]

Was das Gehalt beeinflusst

  • Funktion und Berufsjahre: Facharztanerkennung, Oberarztfunktion und Stufenaufstiege [16]
  • Dienstbelastung: Bereitschafts- und Rufdienste werden zusätzlich vergütet [17]
  • Träger: kommunale, universitäre, kirchliche oder private Kliniken mit unterschiedlichen Tarif- oder Einzelverträgen
  • Sektor: In der Niederlassung hängt das Einkommen vom Praxisergebnis ab, etwa vom Anteil an Privatpatientinnen und -patienten, ambulanten Operationen und Leistungen für die Unfallversicherung

Versorgungsstrukturen

D-Arzt-Verfahren, Traumazentren und Endoprothetik

Unfallversicherung, Traumanetzwerke, Zertifizierungen und Mindestmengen prägen, wo und wie O&U-Fachärztinnen und -Fachärzte arbeiten.

Das Durchgangsarztverfahren der DGUV

Die Unfallversicherungsträger müssen nach § 34 SGB VII eine möglichst frühzeitig einsetzende, sachgemäße Heilbehandlung sicherstellen und können dafür Anforderungen an die fachliche Befähigung, die Ausstattung und die Pflichten der beteiligten Ärztinnen und Ärzte festlegen. [8] Nach einem Arbeits- oder Wegeunfall sollen Versicherte eine Durchgangsärztin oder einen Durchgangsarzt (D-Arzt) aufsuchen, etwa wenn die Arbeitsunfähigkeit über den Unfalltag hinaus andauert, die Behandlung voraussichtlich länger als eine Woche dauert oder Heil- und Hilfsmittel nötig sind. Der D-Arzt entscheidet, ob die Behandlung hausärztlich erfolgt oder als besondere Heilbehandlung bei ihm selbst. [9]

Die Anforderungen der Unfallversicherungsträger (Stand 01.01.2024) sehen unter anderem vor:

  • Facharzt: Berechtigung zum Führen der Bezeichnung „Orthopädie und Unfallchirurgie“ und fachlich weisungsfreie Tätigkeit
  • Unfallchirurgische Erfahrung: nach der Facharztanerkennung mindestens 12 Monate vollschichtig in einer Abteilung zur Behandlung Schwer- oder Schwerstunfallverletzter eines am Verletzungs- oder Schwerstverletzungsartenverfahren beteiligten Krankenhauses; bis zu 6 Monate bei einem D-Arzt sind anrechenbar
  • Spezielle Unfallchirurgie: Wer sie besitzt, braucht diesen Tätigkeitsnachweis nicht; für D-Ärztinnen und D-Ärzte an Krankenhäusern mit stationärem Heilverfahren und für ambulant umfassend operierende D-Ärzte ist sie Pflicht
  • Einführungsseminar, das höchstens zwei Jahre zurückliegt, sowie Erfahrung im Berichts-, Verordnungs- und Gutachtenwesen
  • Praxis: barrierefreie Räume, Eingriffsraum, Röntgen (Skelett) und Sonographiegerät für den Bewegungsapparat; mindestens zwei ständig anwesende medizinische Assistenzkräfte, davon mindestens eine mit abgeschlossener Ausbildung
  • Fortbildung: laufende unfallchirurgische Fortbildung, innerhalb von fünf Jahren eine DGUV-zertifizierte Fortbildung und zwei unfallmedizinische Tagungen der Landesverbände; die Beteiligung wird nach fünf Jahren überprüft

Quelle: DGUV, Anforderungen zur Beteiligung am Durchgangsarztverfahren, Stand 01.01.2024 [10]

Über die Beteiligung entscheidet der zuständige DGUV-Landesverband auf Antrag; an einem Krankenhausstandort wird nur ein D-Arzt beteiligt. [10] Für Sonographiegeräte gilt für bereits beteiligte D-Ärztinnen und D-Ärzte eine Übergangsfrist bis 31.12.2028. [10]

Stationäre Heilverfahren: DAV, VAV und SAV

Die stationäre Behandlung nach Arbeitsunfällen ist seit 2013 dreistufig gegliedert: stationäres Durchgangsarztverfahren, Verletzungsartenverfahren (VAV) und Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV). Welche Verletzungen in welche Stufe gehören, regelt das Verletzungsartenverzeichnis; am SAV beteiligen die Landesverbände nur besonders geeignete Krankenhäuser. Für schwerste Handverletzungen gibt es eigene Anforderungen an handchirurgische Kliniken. [11]

Traumazentren im TraumaNetzwerk DGU

Für die Versorgung Schwerverletzter hat die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) ein Konzept regionaler Klinikverbünde entwickelt. Die teilnehmenden Krankenhäuser werden nach Leistungsfähigkeit, Ausstattung und Infrastruktur als lokale, regionale oder überregionale Traumazentren eingeordnet. [12] Für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung bestimmt diese Einstufung wesentlich, wie viel Polytrauma- und Schockraumerfahrung eine Klinik bieten kann.

Endoprothetikzentren und Mindestmengen

EndoCert ist ein Zertifizierungssystem für Einrichtungen, die Gelenkersatz durchführen, getragen von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) und entwickelt mit der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik (AE) und dem Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU). Es unterscheidet EndoProthetikZentren (EPZ) und EndoProthetikZentren der Maximalversorgung (EPZmax); zertifiziert wird nach einem Audit. [13] Die Zertifizierung ist freiwillig.

Verbindlich sind dagegen die Mindestmengen des Gemeinsamen Bundesausschusses. Für Kniegelenk-Totalendoprothesen steigt die jährliche Mindestmenge pro Krankenhausstandort schrittweise:

Mindestmengen Knie-Endoprothetik pro Krankenhausstandort und Jahr
Leistung2026 und 20272028 und 2029Zielwert
Kniegelenk-Totalendoprothesen50100150
Unikondyläre Schlittenprothesenkeine2020
Revisionseingriffe nach Knie-Endoprothesenkeine2525

Quelle: Mindestmengenregelungen des G-BA, Anlage Nr. 6 bis 8, Fassung in Kraft seit 06.08.2026 [14]. Für die Hüftendoprothetik enthält der Katalog keine Mindestmenge.

Ambulantes Operieren und Hybrid-DRG

Viele orthopädisch-unfallchirurgische Eingriffe lassen sich ambulant oder kurzstationär erbringen. Seit Einführung der speziellen sektorengleichen Vergütung nach § 115f SGB V („Hybrid-DRG“) vereinbaren die Selbstverwaltungspartner für ausgewählte Leistungen aus dem Katalog ambulanter Operationen eine Fallpauschale, die unabhängig davon gezahlt wird, ob ambulant oder stationär mit Übernachtung behandelt wird. Die Leistungsauswahl ist jährlich zu überprüfen; ab 2026 sollen jährlich mindestens eine Million Fälle erfasst werden, 2028 mindestens 1,5 Millionen und 2030 mindestens zwei Millionen. [15] Für O&U bedeutet das: Ambulante Strukturen in Klinik, MVZ und Praxis gewinnen an Gewicht. Welche Eingriffe im jeweiligen Jahr erfasst sind, ergibt sich aus der aktuellen Vereinbarung.

Karriere

Karriere, Schwerpunkte und Zusatz-Weiterbildungen

Schwerpunkte, Zusatz-Weiterbildungen und Leitungsfunktionen schärfen das Profil nach der Facharztanerkennung.

Schwerpunkte nach der Facharztanerkennung

Ein Schwerpunkt beschreibt eine auf der Facharztweiterbildung aufbauende Spezialisierung im Gebiet; die Bezeichnung erhält, wer die vorgeschriebenen Inhalte und Zeiten abgeleistet und die Prüfung bestanden hat. Die Schwerpunktinhalte beschränken die fachärztliche Tätigkeit im Gebiet nicht. [1] Für O&U sieht die MWBO 2018 drei Schwerpunkte vor:

  • Spezielle Unfallchirurgie: Versorgung schwerer und komplexer Verletzungen; nach den DGUV-Anforderungen Pflicht für D-Ärztinnen und D-Ärzte an Kliniken der stationären Heilverfahren [1, 10]
  • Spezielle Orthopädische Chirurgie: komplexe elektive Eingriffe, etwa Revisionsendoprothetik oder Wirbelsäulen- und Korrekturchirurgie [1]
  • Orthopädische Rheumatologie: konservative und operative Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen des Bewegungsapparats [1]

Schwerpunkt oder Zusatz-Weiterbildung?

In der MWBO 2018 sind Spezielle Unfallchirurgie und Spezielle Orthopädische Chirurgie als Schwerpunkte der Facharztkompetenz O&U geführt. [1] Die DGUV-Anforderungen sprechen von der „Zusatz-Weiterbildung Spezielle Unfallchirurgie“ und stellen ihr den Schwerpunkt Unfallchirurgie in Verbindung mit dem Facharzt für Chirurgie gleich – Bezeichnungen nach älterem Weiterbildungsrecht bleiben also relevant. [10] Zeiten und Inhalte regelt die Weiterbildungsordnung der zuständigen Kammer.

Zusatz-Weiterbildungen

Zusatz-Weiterbildungen nach Abschnitt C der MWBO ergänzen die Facharztkompetenz, ohne die Gebietsgrenzen zu erweitern. Für O&U naheliegend sind unter anderem Handchirurgie, Sportmedizin, Manuelle Medizin, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, Physikalische Therapie und Kinder- und Jugend-Orthopädie. [1]

Ausgewählte Zusatz-Weiterbildungen für O&U (Muster)
Zusatz-WeiterbildungUmfang nach MusterInhalt
Manuelle MedizinFacharzt in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung, 320 Stunden Kurs (120 Stunden Grundkurs, 200 Stunden Aufbaukurs)Erkennung und Behandlung reversibler Funktionsstörungen des Bewegungssystems mit manuellen Techniken [5]
SportmedizinFacharzt in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung, 320 Stunden (240 Stunden Kurs, 80 Stunden Fallseminare)Beurteilung, Beratung und Betreuung im Kontext von körperlicher Aktivität, Training und Sport [6]
Notfallmedizin24 Monate stationäre Patientenversorgung, davon 6 Monate Intensivmedizin, Anästhesiologie oder Notaufnahme; 80 Stunden Kurs, 50 Notarzteinsätze unter AnleitungNotarztqualifikation, auch während der Facharztweiterbildung erwerbbar [7]
Handchirurgienach Weiterbildungsordnung der Kammeroperative und konservative Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen der Hand [1]

Quellen: MWBO 2018, Abschnitt C [1]; Muster-Kursbücher der Bundesärztekammer, Stand 12./13.03.2026 [5, 6]; FEWP Notfallmedizin [7]. Manuelle Medizin und Sportmedizin sind kursbasiert und erfordern keine Weiterbildung unter Befugnis. [5, 6]

Klinische Laufbahn und Niederlassung

  • Oberärztin/Oberarzt: übertragene Verantwortung für einen Teil- oder Funktionsbereich, etwa Endoprothetik, Wirbelsäule oder Traumatologie [16]
  • Chefärztin/Chefarzt: Leitung einer Klinik, häufig verbunden mit Weiterbildungsbefugnis und D-Arzt-Funktion am Krankenhaus [10]
  • Niederlassung: Für die Eintragung ins Arztregister und damit die Kassenzulassung ist eine abgeschlossene Weiterbildung erforderlich [24]; Bedarfsplanung und Zulassung erläutert das Profil Fachärztin / Facharzt
  • Weitere Wege: Begutachtung, Rehabilitationsmedizin, Sportmedizin, Forschung und Lehre

Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt und Jobchancen

Fachärztinnen und Fachärzte in der Chirurgie sind ein Engpassberuf; O&U ist die größte Gruppe im Gebiet.

15.910
Berufstätig mit O&U
Facharztbezeichnung Orthopädie und Unfallchirurgie, 31.12.2025
9.635
Davon stationär
darunter 1.431 leitende Ärztinnen und Ärzte; 5.637 ambulant
≥ 2,0
Engpassbewertung
Fachärzte in der Chirurgie (KldB 81434), Engpassanalyse 2025 der BA

Quellen: Ärztestatistik der Bundesärztekammer zum 31.12.2025, Tabelle 3 [22]; Bundestagsdrucksache 21/7546 auf Grundlage der Fachkräfteengpassanalyse 2025 [20, 23]

Engpassberuf Chirurgie

Die Bundesregierung führt die Berufsgattung „Fachärzte in der Chirurgie – Experte“ (81434) unter den Tätigkeiten, die in der Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit eine Engpassbewertung von mindestens 2,0 aufwiesen; ab diesem Wert gilt ein Beruf als Engpassberuf. [20, 23] Die Gattung zählte 2020 13.887 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, davon 15,4 % ohne deutsche Staatsangehörigkeit. [20] Eine gesonderte Bewertung nur für O&U weist die BA nicht aus.

Größte Gruppen im Gebiet Chirurgie

  • Orthopädie und Unfallchirurgie15.910
  • Chirurgie (ältere Bezeichnung)5.361
  • Orthopädie (ältere Bezeichnung)4.159
  • Viszeralchirurgie3.903
  • Gefäßchirurgie1.986
  • Schwerpunkt Unfallchirurgie1.567
Berufstätige Ärztinnen und Ärzte nach Bezeichnung im Gebiet Chirurgie, Auswahl, 31.12.2025. Quelle: Bundesärztekammer, Ärztestatistik, Tabelle 3 [22]

Klinik oder Praxis

Von den 15.910 berufstätigen O&U-Fachärztinnen und -Fachärzten arbeiteten Ende 2025 9.635 im Krankenhaus und 5.637 ambulant, davon 3.521 niedergelassen und 2.116 angestellt. Bei Ärztinnen und Ärzten mit der älteren Bezeichnung Orthopädie ist das Verhältnis umgekehrt: 2.954 von 4.159 arbeiteten ambulant. [22] Mit dem Generationswechsel verlagert sich die ambulante Versorgung damit zunehmend auf O&U-Fachärztinnen und -Fachärzte.

Entwicklungen

  • Konzentration der Endoprothetik: Die Mindestmenge für Knie-Totalendoprothesen steigt von 50 auf 100 und später 150 Eingriffe pro Standort und Jahr. [14]
  • Ambulantisierung: Die Hybrid-DRG nach § 115f SGB V sollen bis 2030 mindestens zwei Millionen Fälle jährlich erfassen. [15]
  • Unfallversicherung: Für die D-Arzt-Beteiligung gelten seit 2024 überarbeitete Anforderungen, unter anderem an Eingriffsräume und Sonographie. [10]

Eignung

Für wen eignet sich O&U?

Das Fach verlangt handwerkliche Präzision, Belastbarkeit und Freude an langfristiger Begleitung.

Interessen

Sie interessieren sich für Anatomie und Biomechanik des Bewegungsapparats, für handwerklich-technische Eingriffe mit Implantaten und für Notfallmedizin – und ebenso für konservative Therapie und Rehabilitation.

Fähigkeiten im Alltag

Räumliches Vorstellungsvermögen, manuelles Geschick, körperliche Belastbarkeit bei langen Operationen, Entscheidungsfähigkeit im Schockraum sowie Sorgfalt bei Dokumentation und Gutachten.

Realistisch zu erwarten

Sechs Jahre Weiterbildung mit Diensten, Rotationen in Notaufnahme und Intensivmedizin und vielen Richtzahlen. Danach ein breites Spektrum zwischen Traumatologie, Endoprothetik, Praxis und Sportmedizin.

Wer sich noch im Studium befindet, kann über Famulaturen und das Wahltertial im Praktischen Jahr in Unfallchirurgie oder Orthopädie einen realistischen Eindruck gewinnen; die Regeln dazu beschreibt das Profil Ärztin / Arzt.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Beruf

Kurz beantwortet – ausführlicher in den Abschnitten oben.

Wie lange dauert die Weiterbildung in Orthopädie und Unfallchirurgie?

Nach der Muster-Weiterbildungsordnung mindestens 72 Monate, also sechs Jahre in Vollzeit. Davon entfallen 48 Monate auf Orthopädie und Unfallchirurgie und je 6 Monate auf Notfallaufnahme und Intensivmedizin; bis zu 12 Monate können in anderen Gebieten abgeleistet werden. Teilzeit verlängert die Weiterbildung entsprechend.

Welche Fächer gehören zum Gebiet Chirurgie?

Die MWBO 2018 nennt acht Facharztkompetenzen: Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Herzchirurgie, Kinder- und Jugendchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Thoraxchirurgie und Viszeralchirurgie. Sie teilen gemeinsame Inhalte, etwa chirurgische Grundtechniken sowie Notfall- und Intensivmedizin.

Was verdient eine Fachärztin oder ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie?

An kommunalen Kliniken beträgt das Tabellenentgelt in der Facharztgruppe des TV-Ärzte/VKA seit 1. Juni 2026 zwischen 7.552,19 € und 9.698,91 € brutto im Monat, zuzüglich Diensten. Laut Entgeltatlas liegt der Median der Fachärzte in der Chirurgie über 8.050 € (Stichtag 31.12.2025).

Was ist ein D-Arzt?

Durchgangsärztinnen und Durchgangsärzte sind von den Landesverbänden der DGUV am Durchgangsarztverfahren beteiligte Fachärztinnen und Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie. Sie versorgen Arbeits- und Wegeunfälle und entscheiden über die weitere Heilbehandlung. Voraussetzung sind unter anderem mindestens 12 Monate unfallchirurgische Tätigkeit nach dem Facharzt an einer Klinik der stationären Heilverfahren oder die Spezielle Unfallchirurgie.

Ist Spezielle Unfallchirurgie ein Schwerpunkt oder eine Zusatz-Weiterbildung?

In der MWBO 2018 ist sie ein Schwerpunkt der Facharztkompetenz O&U, ebenso Spezielle Orthopädische Chirurgie und Orthopädische Rheumatologie. Nach älterem Weiterbildungsrecht und in den DGUV-Anforderungen heißt sie Zusatz-Weiterbildung. Maßgeblich ist die Weiterbildungsordnung der zuständigen Landesärztekammer.

Welche Zusatz-Weiterbildungen sind für O&U sinnvoll?

Häufig sind Manuelle Medizin und Sportmedizin, beide nach Muster mit 320 Kursstunden, außerdem Notfallmedizin, Handchirurgie, Spezielle Schmerztherapie, Physikalische Therapie und Kinder- und Jugend-Orthopädie. Welche passt, hängt vom angestrebten Tätigkeitsfeld ab.

Wird ein ausländischer Facharzttitel in O&U anerkannt?

Über die Anerkennung ausländischer Weiterbildungen entscheidet die zuständige Landesärztekammer. Voraussetzung für eine Tätigkeit in Deutschland ist zunächst die Approbation oder Berufserlaubnis. Einzelheiten beschreiben die Profile Ärztin / Arzt und Fachärztin / Facharzt.

Stellenangebote

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Verwandte Berufe im Verzeichnis

Quellen

Stand aller Angaben: 22. Oktober 2026. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Rechtsvorschriften, Tarifverträge und Regelungen der zuständigen Stellen.

25 Quellen
  1. (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018 (MWBO), in der Fassung vom 03.07.2026, insbesondere § 2, Abschnitt B (Gebiet Chirurgie) und Abschnitt C. Bundesärztekammer, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  2. (Muster-)Weiterbildungsordnung – Informationsseite. Bundesärztekammer, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  3. Fachlich empfohlener Weiterbildungsplan für den/die Facharzt/Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie. Bundesärztekammer, Stand 13./14.04.2023, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  4. Fachlich empfohlener Weiterbildungsplan für den/die Facharzt/Fachärztin für Allgemeinchirurgie. Bundesärztekammer, Stand 13./14.04.2023, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  5. (Muster-)Kursbuch Manuelle Medizin auf Grundlage der MWBO 2018, 3. Auflage. Bundesärztekammer, Stand 12./13.03.2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  6. (Muster-)Kursbuch Sportmedizin auf Grundlage der MWBO 2018, 3. Auflage. Bundesärztekammer, Stand 12./13.03.2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  7. Fachlich empfohlener Weiterbildungsplan für die Zusatz-Weiterbildung Notfallmedizin. Bundesärztekammer, Stand 13./14.04.2023, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  8. Sozialgesetzbuch Siebtes Buch (SGB VII), § 34 Durchführung der Heilbehandlung. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  9. Durchgangsarztverfahren. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), Landesverbände, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  10. Anforderungen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger nach § 34 SGB VII zur Beteiligung am Durchgangsarztverfahren (DAV), mit Anlage Eingriffsräume. DGUV, Stand 01.01.2024, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  11. Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV). DGUV, Landesverbände, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  12. TraumaNetzwerk DGU. Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) / AUC, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  13. EndoCert – Zertifizierungssystem in der Endoprothetik. EndoCert-Initiative der DGOOC, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  14. Regelungen des Gemeinsamen Bundesausschusses gemäß § 136b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB V für nach § 108 SGB V zugelassene Krankenhäuser (Mindestmengenregelungen, Mm-R), Anlage Nr. 6–8. Gemeinsamer Bundesausschuss, Fassung in Kraft seit 06.08.2026 (BAnz AT 25.08.2026 B3), abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  15. Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V), § 115f Spezielle sektorengleiche Vergütung. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  16. Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern (TV-Ärzte/VKA) in der Fassung des 10. Änderungstarifvertrags. Marburger Bund / Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Stand 16.06.2025, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  17. Vorläufige Entgelttabellen und Bereitschaftsdienstentgelte Tarifeinigung VKA (01.07.2024 bis 31.12.2026). Marburger Bund, Stand 13.01.2025, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  18. Vorläufige Entgelttabellen TdL zur Tarifeinigung vom 9. Juni 2026 (vorbehaltlich der Redaktion). Marburger Bund, Juli 2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  19. Entgeltatlas. Bundesagentur für Arbeit, Stichtag 31.12.2025, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  20. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Ausländische Beschäftigte in Engpassberufen“, Drucksache 21/7546, Tabelle 2. Deutscher Bundestag, 10.08.2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  21. Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt – Analyse zur Entgeltstatistik. Bundesagentur für Arbeit, Statistik, Oktober 2026 (Stichtag 31.12.2025), abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  22. Ärztestatistik zum 31. Dezember 2025 – Bundesgebiet gesamt (Tabellen), insbesondere Tabelle 3. Bundesärztekammer, 2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  23. Fachkräfteengpassanalyse 2025 (Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt). Bundesagentur für Arbeit, Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung, Mai 2026, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  24. Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V), § 95a Voraussetzung für die Eintragung in das Arztregister. Bundesamt für Justiz, gesetze-im-internet.de, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle
  25. Schlüsselverzeichnis für die Angaben zur Tätigkeit in den Meldungen zur Sozialversicherung (KldB 2010, überarbeitete Fassung 2020). Bundesagentur für Arbeit, Stand Februar 2025, abgerufen 22.10.2026. Zur Quelle

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